Patienten-Plus soll Abbau von Personal mildern

Offenbach - (tk) Die Verluste des Klinikums Offenbach gehen in die Höhe. Mussten 2006 noch 1,86 Millionen Euro ausgeglichen werden, waren es 2007 bereits 2,9 Millionen. Für das Jahr 2008 weist der unserer Zeitung vorliegende, noch nicht öffentliche Beteiligungsbericht der Stadt 4,73 Millionen Euro aus.

Am Umsatz des Stadtkrankenhauses liegt das nicht. Die Erlöse stiegen von 140,6 Millionen im Jahr 2006 über 144,7 Millionen anno 2007 auf 152,7 Millionen im vergangenen Jahr.

Laut Hans-Ulrich Schmidt, dem Verwaltungsdirektor des Klinikums, sind in erster Linie die Personalkosten für das Plus beim Minus verantwortlich: Tariferhöhungen hätten 2008 mit brutto 2,5 Millionen Euro empfindlich zu Buche geschlagen. Hinzu kommen gestiegene Sach- und besonders Energiekosten. 2010 wird es laut Schmidt nicht unbedingt besser, weil eine zweite Etappe bei den Gehältern ansteht. Allerdings können dann zwei Prozent und nicht mehr nur 0,64 Prozent der Kostensteigerungen auf die Pflegesätze angerechnet werden.

„Eigentlich müssten wir 150 unserer derzeit rund 1700 Vollzeitstellen abbauen, um die Tarifsteigerung abzufangen“, sagt der Klinikgeschäftsführer. Bei den derzeitigen arbeitszeitaufwändigen „Altbaustrukturen“ sei das jedoch nicht möglich. Mit Inbetriebnahme des Neubaus und den dann zügigeren Abläufen werde eine Stellenreduzierung jedoch grundsätzlich zu überlegen sein.

Das Klinikum gebe sich aber die drei ersten Neubau-Jahre Zeit, die „Anpassungsprozesse“ zu beobachten, kündigte Hans-Ulrich Schmidt an. Soll heißen: Wenn das neue Krankenhaus so attraktiv wird, dass die erhofften zusätzlichen Patienten kommen, gibt es höhere Erlöse und es müssen weniger Stellen im Zuge einer Wiederbesetzungssperre abgebaut werden.

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