Pausen mit Aha-Effekt

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Regionalverbandsdirektor Heiko Kasseckert und Oberbürgermeister Horst Schneider hissen zum Baustart der Klimaroute die Fahne. Foto: Georg

Offenbach - „Alles Leben kommt aus dem Wasser“, sinniert Oberbürgermeister Horst Schneider über die weitreichende Bedeutung des Elements, als er zum Auftakt der Bauphase der Klimaroute am Main eine Flagge am Ufer hisst. Sie soll auf das Projekt aufmerksam machen. Von Melanie Gärtner

Innerhalb dieses Jahres werden auf einer Strecke von 25 Kilometern entlang des südlichen Mainufers von Kelsterbach über Frankfurt und Offenbach bis nach Mühlheim eine Reihe von Stationen entstehen, die Wissenswertes zum Thema Klima und Klimawandel vermitteln. Der besondere Schwerpunkt wird auf der Bedeutung von Flüssen liegen.

Auf übersichtlich gestalteten Informationstafeln sollen komplexe Inhalte des Klimawandels und dessen Auswirkungen auf den Lebensraum Fluss in leicht verständlicher Weise veranschaulicht werden. Die einzelnen Stationen sind Themen wie Fische, Kulturen, Abwasser oder Atmosphäre gewidmet und so gestaltet, dass sie durch eine angenehme Raumgebung zum Verweilen einladen sollen. Im Zentrum steht dabei nicht, wissenschaftliche Abhandlungen zu transportieren, sondern durch eine einfache Darstellung eine breite Masse zu erreichen und für das Thema Klimawandel zu sensibilisieren.

Insgesamt neun Stationen geben

Die Gestaltung dieser Standorte wurde in Kooperation mit der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) erarbeitet, an der sich seit zwei Jahren einige Seminare unter der Leitung von Professor Georg-Christof Bertsch auf gestalterischer Ebene mit dem Thema beschäftigen.

Insgesamt wird es neun Stationen geben; fünf davon in Offenbach. „Das Thema Klima hat hier mit dem Wetterpark und dem Wetterdienst Tradition“, sagt Heiko Kasseckert, Direktor des Regionalverbandes Frankfurt-Rheinmain. „Die Klimaroute knüpft an die Idee des Wetterparks an und soll an so einer stark frequentierten Strecke wie dem Mainufer viele Menschen erreichen und für das Thema interessieren.“

Die Zentralstation wird am Offenbacher Mainufer-Parkplatz errichtet. Auf einem schwimmenden Ponton soll über das Gesamtprojekt und die anderen Standorte informiert werden – ergänzt mit einem kleinen Café, das einen zusätzlichen Anreiz zum Längerleiben bieten kann. Weiter Richtung Osten geht es dann zum Mainuferpark, zum Bürgeler Reichstag, zum Bootsclub und zum Arthur-von-Weinberg-Steg, bis zum alten Nachenhafen in Mühlheim. Nach Westen hin führt die Route über den Frankfurter Hafenpark und das Niederräder Ufer bis hin zu Kelsterbachs Nizza.

Stationen bis Herbst dieses Jahres errichtet

Die Klimaroute ist Teil des von der EU geförderten Kooperationsprojekts „C-Change“. In ihm arbeiten in verschiedenen europäischen Ländern wie England, Frankreich und Holland neun Regionen zum Thema Klima. Die Klimaroute von Kelsterbach bis Mühlheim ist das einzige Projekt in Deutschland. Die Kosten für Entwicklung und Bau der Route betragen 800.000 Euro, wovon die Hälfte von der EU, die andere Hälfte von den teilnehmenden Kommunen getragen werden. Die Stationen sollen bis Herbst dieses Jahres errichtet sein. Das Projekt im Internet.

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