Genervt im täglichen Stau

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Vertrauter Anblick am Nachmittag: Auf der Mainstraße geht es in Richtung Osten nur im Schneckentempo. Morgens ist die Straße in Gegenrichtung dicht.

Offenbach - Es ist werktäglicher Ärger für alle Autofahrer, die im Norden die Stadt durchqueren: Endloser Stau auf der Mainstraße, morgens in Richtung Frankfurt und abends zurück. Von Matthias Dahmer

Einer der vielen Genervten ist Niko N. aus Bürgel. Insbesondere seit die Verkehrsführung an der Carl-Ulrich-Brücke im Zuge des Umbaus geändert wurde, hat N. beobachtet, habe sich der Verkehrsdurchfluss erheblich reduziert. „Dies ist leicht morgens zwischen 7.15 und 9 Uhr feststellbar. Der Stau reicht von den Hochhäusern im Mathildenviertel bis zur Kreuzung an der Brücke. Das gleiche Spiel am Nachmittag in Richtung Bürgel. Es staut sich teilweise bis zum Kaiserlei“, berichtet Pendler N. von seinen Erfahrungen.

Dazu passt für ihn, dass an der Bettinastraße eine neue Temporegelung gilt und – so eine weitere Beobachtung des Bürgelers – am Nordring die Ampeln auf Stau geschaltet wurden. Auf Nachfrage sei ihm im Rathaus mitgeteilt worden, dass die Ampeln optimal geschaltet seien und es im übrigen Ziel sei, den Verkehrsfluss zu verlangsamen.

Was die Schaltungen angeht, räumt der städtische Verkehrsplaner Hans-Joachim Bier-Kruse ein, dass die Ampeln ab einem gewissen Verkehrsaufkommen an die „Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit“ kämen, man unter Umständen dort nachjustieren müsse. Das mit der Verlangsamung habe N. aber wohl falsch verstanden.

Keine Aufhebung des Tempolimits

Es sei keinesfalls verkehrspolitisches Ziel, Staus in der Innenstadt zu produzieren, versichert Bier-Kruse; im Gegenteil: „Der Verkehr in der City sollte mit Blick auf die städtischen Klimaschutzziele eigentlich flüssiger werden, damit weniger Abgase entstehen.“ Flüssiger heißt im Fall der Mainstraße aber nicht schneller. Denn erklärtes politisches Ziel ist es auch, mit dem Neubau des Maindamms dort den Verkehr zu beruhigen.

Bier-Kruse sieht die Nöte der Autofahrer, wie er versichert. Doch kurzfristige Lösungen sind auch für ihn nicht in Sicht. Besonders was den Verkehr innerhalb der Stadt angehe. Während es beim überörtlichen Verkehr vorstellbar sei, ihn großräumig etwa über die Autobahnen zu verlagern, könne ein Autofahrer aus Bürgel nur auf die Berliner Straße oder den südlichen Ring gelenkt werden, wo es zu Spitzenzeiten auch nicht schneller vorangehe.

An den Tempobeschränkungen an der Bettinastraße, macht Verkehrsplaner Bier-Kruse deutlich, werde wohl kaum zu rütteln sein. Schließlich seien diese auf Drängen der Anwohner eingerichtet worden. Da müsse man Autofahrer schon auf den Nordring verweisen.

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