Erst erklären, dann pfeffern

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Sieht aus, als würde Dennis ganz allein in der Küche hantieren – tut er aber nicht. Nicht zu sehen ist hier und im Fernsehen das stets präsente Kamerateam.

Offenbach - Von seiner Frau wurde Dennis Pülm bei der Vox-Sendung „Das perfekte Dinner“ angemeldet – und genommen. Der Bieberer ist 28 Jahre alt und arbeitet in der Sandbar als Restaurantleiter. In seiner Freizeit kickt er drei- bis viermal pro Woche beim FC Bieber. Von Katharina Hempel

Mit einem portugiesischen Menü hat sich Dennis 35 von 40 möglichen Punkten und damit Platz eins erkocht. Als Vorspeise servierte er „Salada de Polvo“ (Tintenfischsalat), als Hauptgang „Lulas Recheadas Batatas Fritas“ (gefüllter Tintenfisch mit Bratkartoffeln), als Nachtisch „Bolo de Bolacha“ (Kekskuchen).

Deine Frau hat dich bei „Das perfekte Dinner“ angemeldet. Wie ist sie darauf gekommen?

Dennis Plüm: Das hat sie gemacht, weil ich mich immer aufrege, wenn die Deppen im Fernsehen nicht mal ein Steak anbraten können. Da sagte sie: Mach’s doch erstmal besser! Und hat mich angemeldet.

Dass du keine Probleme beim Kochen hast, hast du bewiesen. Immerhin hast du für deine Gäste ein Drei-Gänge-Menü gezaubert. Wie sah die Küche am Ende deines Kochtags aus?

Ich glaube, keine Studentenparty der Welt hätte das überbieten können. Alles stand rum – Töpfe, Teller, Gläser. Ich durfte nichts wegräumen, weil das Kamerateam später noch die leer gegessenen Teller filmen wollte. Ich durfte auch die Spülmaschine nicht anschalten, weil ihr Brummen den Ton gestört hätte.

Hört sich anstrengend an.

Es war anstrengend. Von zehn Uhr morgens bis zwei Uhr nachts war das Kamerateam bei mir. Das war Vorbereitung unter erschwerten Bedingungen.

Sitzen an der Siegertafel (von links): Manuela (50), Lena (28), Gastgeber Dennis, Jan (34) und Nicole (36).

Kochen vor der Kamera – wie können wir uns das vorstellen?

Außer mir waren in der Küche der Kamera- und der Tonmann und der Interviewer. Um die musste ich immer herumlaufen. Außerdem sollte ich beim Kochen darauf achten, eine offene Haltung zu haben, also immer zur Kamera gewendet sein. Ich konnte auch nicht einfach zum Pfeffer oder den anderen Zutaten greifen, sondern musste erklären, warum und wofür ich das verwende und was ich damit mache.

Bist du trotzdem rechtzeitig fertig geworden?

Klar. Gegen 16 Uhr kam die Tischdekoration dran, um 18 Uhr klingelten schon die ersten Gäste.

Wie würdest du die Teilnehmer beschreiben? Habt ihr euch verstanden?

Wir sind fünf Leute, die eigentlich nie zusammen an einem Tisch sitzen würden. Aber davon lebt die Sendung, die bunte Mischung ist beabsichtigt, und es gibt da schrille Typen. Manuela zum Beispiel hat in Frankfurt einen Laden für Transvestiten. Sie war die Diva in unserer Runde. Aber hinter den Kulissen war sie richtig cool. Mit ihr kam ich am besten zurecht.

Wer waren die anderen Kandidaten?

Es gab Nicole, eine Bankangestellte und ganz ruhig, den Hörgeräteakustiker Jan und Läster-Lena.

Und welche Rolle haben die Macher dir zugeschrieben?

Ich wurde als fußballverrückter Macho aus Offenbach dargestellt. Aber so bin ich gar nicht. Podolski-Doppelgänger haben sie mich auch genannt.

Hast du so gut gekocht, wie Podolski spielt?

Ich habe am Ende den ersten Platz gemacht. Ich hatte ein portugiesisches Menü. Das war riskant, weil es viel Fisch enthält. Aber offenbar hat es allen geschmeckt.

Du heißt Plüm und kochst portugiesisch. Wie passt das zusammen?

Tja, das war die Frage des Abends. Meine Frau ist Portugiesin, und mir gefällt diese Küche. Sie schmeckt frisch, mediterran; mit viel Fisch und Knoblauch.

Kulinarisch hast du also auf ganzer Linie überzeugt.

Genau. Und während des Aperitifs hat mein Schwiegervater zum Einstieg ein Ständchen gebracht. Er hat „Nossa“ gesungen.

Die Dinner-Gesellschaft kam also schnell in Schwung?

Ja, mein Abend ist echt gut gelaufen.

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