Personalabbau am Klinikum Offenbach steht zur Diskussion

Zur Rettung des finanziell stark angeschlagenen Klinikums schließt Kämmerer und Beteiligungsdezernent Michael Beseler auch einen Personalabbau nicht aus. Von Matthias Dahmer

In den Planungen für 2011 sei ein solcher - wenn auch kein drastischer - vorgesehen, und in den anstehenden Gesprächen mit den Gewerkschaften über eine Verlängerung des bis Ende des Jahres laufenden Sanierungstarifvertrags stehe ohnehin „alles zur Diskussion“, sagte Beseler gestern bei Vorstellung der aktuellen wirtschaftlichen Lage des Krankenhauses.

Die ist bekanntlich alles andere als rosig: Wie berichtet, hat die Stadt ihre Bürgschaft für das Klinikum um 17 Millionen auf jetzt 50 Millionen Euro erhöht, damit die Einrichtung am Starkenburgring sich weiter frisches Geld bei den Banken pumpen kann. Umsatzverluste der vergangenen Monate, insbesondere der Rückgang im Juli, in dem man deutlich unter den Vorjahreszahlen geblieben sei, hätten ihn zu diesem Schritt gezwungen, so Beseler. Für August stelle sich die Lage zwar entspannter dar, weil die Krankenkassen aber mit zwei bis drei Monaten Verzögerung bezahlten, wirke sich das noch nicht aus.

„Man kommt nicht um eine Fusion herum“

Langfristig, bekannte Beseler, helfe auch das jetzt geschnürte Maßnahmenpaket aus Kostensenkungen, Ertragssteigerungen und organisatorischen Veränderungen nicht weiter. Um eine Fusion mit anderen kommunalen Kliniken der Region komme man langfristig nicht herum. Beseler ließ jedoch durchblicken, dass wegen der unklaren politischen Verhältnisse insbesondere in Wiesbaden in den nächsten Monaten mit keiner Entscheidung zu rechnen sei. Die positiven Effekte einer Kooperation, so der Kämmerer, wirkten sich im Übrigen erst in 18 bis 24 Monaten aus. Vom neuen hessischen Sozialminister Stefan Grüttner wünscht sich Beseler, dass er wegen der beabsichtigten Fusion mehr Druck als sein Vorgänger Jürgen Banzer auf die kommunalen Kliniken ausübt.

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