Personelle Erneuerung im Haus der Stadtgeschichte

Team schafft Veränderung

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Volontärin Funda Karaca (von links) mit Rebekka Kremershof, Katja Schneider, Jürgen Eichenauer und Niels Ahlgrimm bringt mit viel Engagement und Ideen das Haus der Stadtgeschichte auf einen neuen Weg.

Offenbach - Neue Mitarbeiter im Haus der Stadtgeschichte sorgen für einen adäquaten Umgang mit den Kunstschätzen der Stadt. Eine neue Broschüre unterstreicht die positiven Personalveränderungen. Von Reinhold Gries 

Ein frischer Wind weht durch das Haus der Stadtgeschichte. Am deutlichsten ist dies in der neu gestalteten Broschüre mit dem Halbjahresprogramm des HdS. „Es sollte abwechslungsreich und publikumsorientiert sein“, sagt Leiter Jürgen Eichenauer. Ein wichtiges Ziel sei gewesen, die Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern. Nach dem Skandal um den ehemaligen Kurator Marcus Frings, der die Stadt viel Geld gekostet hat (wie berichtet), war das auch bitter nötig. Inzwischen sorgt ein junges Team für einen neuen Geist im Stadthaus.

Im Jahr 2014 waren Eichenauer und die Stadtarchivarinnen Anjali Pujari sowie Antje Meier praktisch mit der anfallenden Arbeit allein. Marcus Frings war bereits freigestellt und Dorothea Held verstorben. Im März 2015 bekamen die Drei schließlich Verstärkung mit Kulturmanagerin Rebekka Kremershof. Im September wurde die Offenbacher Künstlerin Katja Schneider neue Kuratorin. Der Verwaltungsangestellte Nils Ahlgrimm komplettierte zeitgleich die neue Truppe.

Gleich zu Beginn ihrer Arbeit hat Schneider eine klare Vorstellung davon, was eine ihrer ersten wichtigen Aufgaben als Kuratorin ist. „Es gilt, neues Vertrauen herzustellen. Dabei möchte ich erst mal mit dem arbeiten, was an Möglichkeiten da und nicht ausgeschöpft ist. Wenn neue Räume dazu kommen, kann man weiterdenken.“ Schneiders pragmatisches Vorgehen ist bereits bei der Umgestaltung der Industriehalle zu sehen. Sie soll professioneller werden. Dafür intensiviere sie momentan die Kontakte zu ausstellenden Künstlern.

Auch die geschlossene Ausstellungsabteilung moderner Malerei in Offenbach erfährt eine Erneuerung. Werke des Kunstpioniers Erich Martin werden künftig von Wechselausstellungen begleitet.

Kunstschätze sollen mehr Raum erhalten

Die große Grafiksammlung zieht aktuell ins Obergeschoss im Innenhof zur Erich-Martin-Galerie.

Schneider gehe es darum, Struktur in die Kunstsammlung des Hauses im Bernardbau zu bringen. „Da gilt es nach der Bestandsaufnahme neue Fäden aufzunehmen und Schätze nutzbar zu machen“, so die Offenbacherin. Denn der Kunstschatz ist groß. Neben dem Nachlass von Erich Martin kann das HdS viele Hauptwerke des Malers Karl-Heinz Steib sowie der Künstlerkolonie Bachstraße ihr eigen nennen. Hinzu kommt die Unterstützung von der Offenbacher Kunststiftung des Galeristen Wolfgang Trefz.

Schon die moderne Malerei bräuchte eine eigene Ausstellungshalle, findet Schneider. Schaut man sich die Art des Umbaus im derzeitigen Bürgerbüro an, so scheint das dort auch möglich. Kulturmanagerin Kremersdorf indes plant, den Raum mit den Wechselausstellungen gegenüber der Jugendkunstschule zu nutzen, um die Museumspädagogik zu fördern. Die gebürtige Innsbruckerin hat bereits bewiesen, dass sie einen Zugang zu Kindern hat und das Handwerk einer Managerin versteht. Sie teilt ihr Büro mit Nils Ahlgrimm, der geballte Kompetenz in Sachen Organisieren, Verwalten und Finanzieren mitbringt. Gemeinsam ergänzen sie ihre ideenreiche Kuratorin.

Dank des neuen Teams hat Leiter Jürgen Eichenauer mehr Zeit, sich um die Offenbacher Kulturgeschichte zu kümmern: „Mit unseren Sammlungen zur Allessa-Chemie- und Industriegeschichte, zur Offenbacher Druckerwerkstatt und Senefeldersammlung, Nachlässen und Stiftungen können wir viele Räume bestücken“, so der Leiter. Und über neue Räume denkt Eichenauer auch schon nach. Ein Durchbruch von Wänden und somit eine Erweiterung in Richtung Kinderstadtbücherei wäre möglich.

Das Konzept des neuen Teams scheint aufzugehen: Bis 2018 ist die Industriehalle ausgebucht. Und zum 100-jährigen Bestehen des Offenbacher Stadtmuseums 2017 ist bereits ein gemeinsames Projekt mit dem Klingspormuseum auf dem Weg.

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