Pfarrerin für zwei Gemeinden

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Pfarrerin Elke Voigt

Offenbach - (mk) Zwei evangelische Gemeinden in Offenbach haben sich entschieden. Für Elke Voigt als neue Pfarrerin und damit für eine noch engere Zusammenarbeit in der Zukunft.

Die Kirchenvorstände beider Gemeinden hatten sich darauf geeinigt, ihre beiden halben Pfarrstellen künftig gemeinsam zu besetzten. Es ist nicht gänzlich neu: Schon seit geraumer Zeit arbeiten die Gemeinden zusammen, so etwa im Konfirmandenunterricht, der Seniorenarbeit und beim Gemeindebrief.

Die neue Pfarrerin sieht es als Herausforderung, beiden Kirchengemeinden gleichermaßen gerecht zur werden. „Gottesdienste werden abwechselnd in der Lukaskirche und im Haus der Matthäusgemeinde stattfinden“, erklärt Elke Voigt. Gemeinsam mit ihrem Mann, der beim Wetterdienst arbeitet, und zwei erwachsenen Kindern zieht Voigt im Mai in das Pfarrhaus der Lukasgemeinde in der Weserstraße. Ihren Dienst in Tempelsee, der Carl-Ulrich-Siedlung und Rosenhöhe tritt sie am 1. Juni an.

Sie ist damit die Nachfolgerin von Petra Sorg in der Lukasgemeinde und Angelika Habicht-Preis in der Matthäusgemeinde, die im Oktober vergangenen Jahres neue Stellen angetreten hatten. Seitdem hatte Pfarrer Roland Fretter die Vakanzvertretung in beiden Gemeinden übernommen.

Die 51-jährige Theologin wirkte sieben Jahre lang als Pfarrerin in Frankfurt-Unterliederbach und dann nahezu 16 Jahre in Heusenstamm, bevor sie sich auf die Stelle im Süden Offenbachs bewarb. „Ich glaube, dass den beiden Gemeinden eine gewisse Kontinuität gut tun wird“, meint Voigt. Sie jedenfalls habe vor, bis zu ihrer Pensionierung in Offenbach zu bleiben. Besonders beeindruckt hat die Pfarrerin die große Zahl an engagierten Ehrenamtlichen in Matthäus- und Lukasgemeinde. „Es ist erstaunlich, was die Mitarbeiter dort leisten.“

In Zukunft möchte die neue Pfarrerin auch eigene Schwerpunkte setzten. So denkt sie im Blick auf die Situation in Offenbach an eine Ausweitung der diakonischen Arbeit der Gemeinden. Wichtig sind ihr ferner die Gestaltung der Gottesdienste und die Seelsorge. Zu ihrem künftigen Zuständigkeitsbereich gehört auch die Kindertagesstätte der Lukasgemeinde, was Elke Voigt ganz besonders freut. „Die Arbeit mit Kindern war schon immer mein besonderes Steckenpferd.“Dazu gehören der Konfirmandenunterricht und der schulische Religionsunterricht.

Eine weitere - eher ungewöhnliche Vorliebe - hat die Theologin für die Verwaltung. „Ich habe mich jahrelang im Heusenstammer Kirchenvorstand engagiert und weiß, wie wichtig eine funktionierende Verwaltung ist.“ Dieser Sinn fürs Notwendige wird Elke Voigt zugute kommen. Schließlich hat sie in ihren beiden Gemeinden mit zwei Kirchenvorständen zu tun. „Wir hoffen, dass der Prozess des Zusammenarbeitens letztlich in eine Fusion beider Gemeinden mündet“, so Voigt. Diese könne aber nur dann gelingen, wenn beide Gemeinden gleichberechtigt seien. Da eine Fusion nicht von der Pfarrerin alleine bewerkstelligt werden kann, ist Elke Voigt auf die konstruktive Mitarbeit der Ehrenamtlichen angewiesen. Sie ist überzeugt: „Es ist eine Teamaufgabe, die beiden Gemeinden zusammenzubringen.“

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