Pfarrhaus soll vermietet werden

Offenbach (mad) ‐ Wegen zunehmender finanzieller Engpässe denkt die katholische Kirchengemeinde Dreifaltigkeit darüber nach, Teile ihrer Immobilien am Buchhügel zu vermieten.

Wie Gemeinesprecherin Claudia Domnik berichtet, könnte das Pfarrhaus zum Teil in Studentenzimmer umgewandelt werden. Mit dem Studentenwerk Frankfurt seien bereits Erfolg versprechende Kontakte geknüpft worden. Außerdem soll das Untergeschoss des Pfarrzentrums an eine private Kinderkrippe vermietet werden. Eine weitere Alternative sei die Nutzung durch das Theresienheim. Diese suche eine Immobilie für eine Mädchenwohngruppe und würde auch eine Krabbelgruppe betreiben.

Die nötigen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen bezifferte die Sprecherin auf rund 800.000 Euro. Die Summe könne nur das Bistum Mainz bereit stellen. „Da die Gespräche hierzu noch andauern, ist derzeit noch ungeklärt, ob die Vorstellungen umgesetzt werden können“ so Claudia Domnik. Zudem müsse natürlich auch die Gemeinde dieses ungewöhnliche Projekt mittragen. Derzeit ist bereits der große Saal des Pfarrzentrums vormittags teilweise an die Kathe-Kollwitz-Schule und die Volkshochschule als Unterrichtsraum vermietet.

Ende vergangenen Jahres 2009 wurde die Heizungsanlage für Pfarrzentrum, Pfarrhaus und Sakristei ausgetauscht, was mehr als 60 Prozent der Heizkosten einspart.

Hälfte der Gemeindemitglieder verloren

In den vergangen 40 Jahren hat die Gemeinde fast die Hälfte der ursprünglichen Gemeindemitglieder durch Wegzug, Tod und Kirchenaustritt verloren, so dass deren Anzahl auf 2000 gesunken ist. Hoffnung, so die Gemeindesprecherin weiter, gebe der Zuzug von immer mehr jungen Familien an den Buchhügel. Daher sei es notwendig, die momentane Situation der Gemeinde in ihren veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Umständen zu analysieren und möglicherweise neue Wege in der Seelsorge wie auch der innergemeindlichen Arbeit zu gehen.

Roberto Medovic ist seit August 2009 neuer Pfarrer der Gemeinde. Er löste Klaus Denner ab, der die Pfarrei 33 Jahre bis zu seinem Ruhestand leitete und kurz darauf im vergangenen November verstarb.

Ein erkennbares Zeichen, dass sich in der Gemeinde etwas bewegt, sind laut Claudia Domnik die bautechnisch notwendig gewesenen Baumfällungen, welche die Architektur des Kirchengebäudes wieder weithin sichtbar machen. Derzeit sammelt die Gemeinde Spenden, um die veraltete Mikrofonanlage zu erneuern. 18.000 Euro werden dafür benötigt, bis jetzt hat man schon 6500 Euro zusammen. Für die nächsten Monate sind diverse Spendenaktionen geplant.

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