Mission Olympic

Pfiffiger und kreativer

Gesucht ist Deutschlands aktivste Stadt. Im Finale treffen 117 000 Offenbacher auf 73 000 Bocholter. Die dringlichste Aufgabe bis Anfang September: Alle sind zum Mitmachen zu aktivieren...

Offenbach - Für den Kollegen aus dem münsterländischen Bocholt steht der Sieger fest: „Wir haben weniger Flieger und mehr Bäume - da habt ihr keine Chance. “ Schön für sie. Aber das zählt nicht bei der Mission Olympic und der Frage, wer Deutschlands aktivste Stadt ist. Von Martin Kuhn

Das Ende einer Ära: Der AfE-Turm auf dem Unigelände in Bockenheim wird abgerissen. Welche Erinnerungen habt ihr an den "Turm"? Seid ihr auch schon im Fahrstuhl stecken geblieben? Oder seid ihr gar ganz froh drum, wenn das "Ungetüm" verschwindet? Wir suchen eure Geschichten! Schreibt sie uns im Kommentar, als Nachricht oder auch als Mail an red.online@op-online.de

Bürgermeister Peter Schneider und sein oberster Olympia-Beauftragter Jürgen Weil halten es daher mit dem Spruch: „Wer zuletzt lacht. . . “ Und das soll nach dem Fernduell mit Bocholt letztlich am Main sein.

Mit dem gestrigen Pressegespräch fällt zwar nicht der Startschuss, dafür aber der Vorhang zur Mission. Jetzt ist offiziell, mit welchen Aktivitäten die Stadt, die Vereine, die Institutionen und die Betriebe möglichst viele Menschen bewegen wollen – am Ende sollen’s mehr als 60.000 sein. Der Anspruch ist gesättigt mit olympischem Geist, obwohl’s für die Siegerstadt um 50.000 Euro Prämie geht. Schneider: „Gewinnen ist wichtig, Fairness ist wichtiger.“

Video: Mission Olympic

Der Bürgermeister spielt damit auf die Auswertung an. Natürlich kann die offizielle Jury aus Berlin nicht alle einzelnen Aktivitäten prüfen und zählen. Sie ist auf die Hilfe der Vereine und freiwilligen Helfer angewiesen. Und da heißt es eben: Fair geht vor. Für die Offiziellen ebenso wichtig: Es geht am verlängerten Wochenende 6. bis 8. September nicht um Breitensport, sondern Breitenaktivität. Also: Nicht höher, weiter, schneller, vielmehr bunter, pfiffiger, kreativer. Auch das fließt in die Wertung ein. Was soll da bitteschön in der selbst ernannten Kreativstadt noch schief gehen?

Eine kleine Auswahl der mehr als 200 Aktivitäten, für die sogar die Berliner Straße in Höhe des Rathauses für Autos gesperrt wird: vom 24-Stunden-Schwimmen auf der Rosenhöhe bis zur Zumba-Party im King Kamehahema Beach Club, vom Besentanz in allen Straßen bis zur größten Zauberstunde der Welt mit Harry Keaton.

Sportamtschef Jürgen Weil fasst zusammen: „Wir wollen in Offenbach eine noch nie dagewesene und nachhaltige Veranstaltung organisieren und den Titel holen. Alle freuen sich auf das Wochenende. Wichtig ist, dass alle kommen und sich mit ihrer Stadt identifizieren.“ Ein für Bürgermeister Schneider wichtiges Anliegen, das sich im lokalen Motto spiegelt: 155 Nationen, eine Stadt, ein Ziel. „Wenn wir das erreichen, ist mehr erreicht als der Titel als Deutschlands aktivste Stadt.“ Er blickt jedenfalls sehr zuversichtlich nach vorn.

Einen Unterstützer hat er in Sportkreisvorsitzenden Peter Dinkel, der sagt: „Offenbach ist und bleibt eine Sportstadt. Ich freue mich, dass es die Stadt im zweiten Anlauf ins Finale geschafft hat. Das wurde auch Zeit...“ Dinkel gibt das Staffelholz an die Bevölkerung weiter: „Jetzt sind alle gefordert.“ Damit meint er explizit auch die Bewohner des Kreises, die es an diesem Tag in die Olympia-Stadt ziehen soll. Vielleicht ein Anreiz: Gemeinsam mit Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach ist das Heimspiel gegen Mainz 05 von Freitag auf Samstag verlegt worden und das Ganze in die Mission Olympic eingebunden.

Weitere Punkte: Alle Aktivitäten sind kostenlos. Lediglich beim Hyundai-Firmenlauf (zahlen die Betriebe und Institutionen) und beim Ahmadiyya Charity-Run & Walk (Geld wird komplett gespendet) wird eine Startgebühr erhoben. In der Innenstadt ist ein Latenight-Shopping bis 23 Uhr vorgesehen. Die Stadt sucht dringend Freiwillige (international: „Volunteers“), die an beiden Tagen helfen oder zählen.

Also alles bestens in der vereinten Sportfamilie? Mitnichten. Der oberste Sportfunktionär des Kreises gibt am Ende noch einen Anstoß an die mehr als 90 Offenbacher Sportvereine. „Für den Tag kooperieren ganz viele Vereine. Wenn da etwas übrigbleibt, wäre das ein Riesengewinn.“ Ihm entgeht der etwas kritische Blick von Bürgermeister Schneider keineswegs. „Ihr habt allein 27 Fußballvereine in Offenbach – das sind viel zu viele.“ Da ist wohl etwas mehr als olympischer Geist gefragt...

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare