Tasten-Ass auf neuen Wegen

„Piano Princess“ Valentina Babor kommt nach Offenbach

Offenbach - Die 25-jährige Münchnerin Valentina Babor hat sich in der Klavierwelt bereits einen Namen gemacht. Nun ist sie mit einem Crossover-Programm auf Tournee, das sie Anfang Dezember im Offenbacher Capitol präsentiert. Von Klaus Ackermann

Valentina Babor ist längst in der internationalen Pianisten-Liga angekommen.

Sie würde auch auf dem Laufsteg eine exzellente Figur machen. Doch Valentina Babor hat einen völlig anderen Weg eingeschlagen. In der Klassik daheim, aber auch mit aktuellen Hits vertraut, ist die hochbegabte Pianistin prädestiniert fürs Crossover von Pink bis Robert Kelly, von Gershwin bis Chopin. „Piano Princess“ heißt die neue CD der attraktiven Münchnerin. Und kein Geringerer als Stargeiger David Garrett hat sie produziert. Mit dem Silberling geht sie jetzt auf Tournee und ist am 1. Dezember im Offenbacher Capitol zu erleben. Das Improvisieren zwischen den Übestunden am Klavier habe ihr schon immer Spaß gemacht, sagt Babor. Ideale Voraussetzung für eine Crossover-CD, vor allem mit einem Coach wie Teufelsgeiger Garrett, der genau weiß, wann Hilfe vonnöten ist und wann er ihr kreativen Freiraum lassen muss. Produziert wurde übrigens in den legendären Avatar Studios in New York. Herausgekommen sind Hits und klassische Edelseller, allesamt dezent mit Geigen- und Keyboard-Sounds sowie mit Rhythmus unterlegt.

Zu Babors Lieblingsstücken gehört „Children“, von Roberto Concina. Stark, weil sehr authentisch, sind auch Beethovens „Pathétique“ und „Donna Giovanna“, ein Medley aus Arien und Ouvertüre des „Don Giovanni“ von Mozart. Ihr Pianisten-Temperament kann die „Piano Princess“ vor allem in der hochvirtuosen „Ungarischen Rhapsodie Nr. 2“ von Franz Liszt ausleben. Das sei gar nicht so einfach gewesen, berichtet Babor. Musste sie doch bei den Aufnahmen streng mit Metronom spielen, der Tempi und Takt vorgibt. „Da ist das Ausdrucksspektrum etwas reduziert“, bedauert die Konzertpianistin. Mutter Ballett-Tänzerin, Vater Architekt: So blieb das künstlerische Talent der Valentina Babor nicht lange unentdeckt. Vom Großvater Michael habe sie die musikalische Gene geerbt, ein studierter Konzertpianist, der nach dem Krieg noch Chemie studierte und das Naturkosmetik-Unternehmen Barbor gründete, sagt die 25jährige, die ihren ersten Klavierunterricht mit fünf Jahren erhielt und sich noch gut an ihr erstes öffentlich gespieltes Stück erinnern kann. Es hieß „Wespenstich“ - und die Jungpianistin musste nicht nur Aua schreien, sondern auch summen und brummen. Sechsjährig schon bei „Jugend musiziert“ erfolgreich, wird sie als Zwölfjährige am Mozarteum Salzburg ins „Institut für Hochbegabten-Förderung“ aufgenommen.

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„Ich hatte tolle Lehrer“, sagt Babor, die von Koryphäen wie Karl-Heinz Kämmerling, András Schiff oder Gerhard Opitz profitierte und längst einen Platz auf dem internationalen Konzert-Karussell beansprucht. Die mittlerweile in jener Pianisten-Liga angekommen ist, in der man die sauschweren Chopin-Etüden auch rückwärts spielen kann. „Ich habe noch einige neue Dinge im Kopf“, sinniert die sympathische Musikerin. Da kommt David Garrett gerade recht. Valentina Babor kommt am 1. Dezember ins Offenbacher Capitol. Karten für das Konzert gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Rubriklistenbild: © Ludewig

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