Theoretisch Gleitflug möglich

Nicht für „lärmoptimiertes Fliegen“ ausgebildet

Offenbach (mad) - Die Lärmreduzierung an den Maschinen selbst ist für Offenbachs Flughafendezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) noch längst nicht ausgereizt.

Gerade bei den Anflügen könne sich da noch einiges tun, auch wenn das noch zwei bis drei Jahrzehnte dauern werde, bis alle Flugzeuge entsprechend ausgestattet seien, meinte der am Donnerstag aus dem Amt scheidende Stadtrat gestern auf seiner letzten Pressekonferenz in Sachen Fluglärm.

Was alles getan werden könnte, erläuterte der Diplom-Ingenieur und ehemalige Fluglotsenausbilder Jörg Becker, der der Stadt beratend zur Seite steht: Theoretisch könne eine aus zehn Kilometern Höhe anfliegende Maschine die letzten 200 Kilometer bis zu Landung im Leerlauf zurücklegen. Weil darauf aber das derzeitige Anflugverfahren bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) nicht ausgelegt sei und dieser auch die technischen Möglichkeiten noch fehlten, werde es nicht praktiziert. „Deshalb ist auch unbekannt, was damit in Sachen Lärmreduzierung zu erreichen wäre“, sagte Becker.

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Sicher ist er sich indes, dass „lärmoptimiertes Fliegen“ möglich wäre, wenn man an anderen Stellschrauben drehen würde. So könnte die derzeit nur an Effizienz und Kosteneinsparung orientierte Pilotenausbildung im Simulator durch lärmreduzierende Übungen ergänzt werden. Potenzial sieht Becker auch bei den Lotsen, die sich in ihrer Ausbildung gerade mal zwei Stunden mit Fluglärm beschäftigten. Eine Änderung am Radar-Simulator sei von der DFS aber aus Kostengründen abgelehnt worden. „Es fehlt bei Piloten und Lotsen das Bewusstsein für das Problem“, so Jörg Becker. Für ihn wäre es nun an Kommunen, Land oder Bund Vorstöße in Richtung lärmoptimiertes Fliegen zu unternehmen.

Rubriklistenbild: © dpa

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