Größere Sicherheit für alle

Corona in Offenbach: Pilotprojekt mit Coronatests an Ernst-Reuter-Schule

Mund auf, Stäbchen rein: Ernst-Reuter-Schülerin Charlotte beim Coronatest. Viele Eltern gaben ihr Einverständnis für die Testaktion vor Ostern.
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Mund auf, Stäbchen rein: Ernst-Reuter-Schülerin Charlotte beim Coronatest. Viele Eltern gaben ihr Einverständnis für die Testaktion vor Ostern.

An der Offenbacher Ernst-Reuter-Schule findet vor Ostern ein Pilotptojekt mit Coronatests statt. Viele Eltern gaben ihr Einverständnis für die Testaktion.

Offenbach – Charlotte nimmt nur kurz ihren Mund-Nasen-Schutz ab und öffnet den Mund. Das Wattestäbchen reibt rasch an ihrer Wangeninnenseite entlang, dann ist es auch schon vorbei. War doch gar nicht so schlimm. Jetzt wollen die anderen aus ihrer Grundschulklasse, die bislang aus sicherer Entfernung zugeschaut haben, auch auf dem Teststuhl Platz nehmen. Und schon in Kürze wird das Ergebnis des Coronatests vorliegen.

Charlotte und ihre Mitschüler gehören zu rund 600 Schülerinnen und Schülern der Ernst-Reuter-Schule in Rumpenheim, die in den Tagen vor Ostern in der eigens dafür eingerichteten Teststation in der Sporthalle getestet werden. An vier Vormittagen laufen die Testungen durch fachkundiges Personal, an jedem Tag werden etwa 150 Kinder und Jugendliche aus den Jahrgangsstufen eins bis zehn auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.

Corona in Offenbach: Pilotprojekt vor Ostern

Initiiert wurde dieses Pilotprojekt der Durchtestung einer kompletten Schule von Zahnarzt Moritz Breitenbach, Inhaber des Zahnforums Bürgel, der gemeinsam mit seinem Partner Dr. Hamid Parsanejad und Apotheker Paschalis Papadopoulos vor kurzem bereits das neue Testzentrum in Bürgel eröffnet hat. Breitenbach, dessen Tochter die Ernst-Reuter-Schule besucht, hatte Schulleiterin Sabine Henning mit seiner Idee einer breiten Testaktion direkt auf seiner Seite. Auch die Stadt nickte den Vorschlag schnell ab. Schließlich musste noch das Staatliche Schulamt seine Zustimmung geben, das wiederum das Kultusministerium mit einbeziehen musste. Doch mahlten die bürokratischen Mühlen vergleichsweise schnell, so dass die Genehmigung für die Maßnahme kurzfristig erteilt wurde und Breitenbach mit seiner Erfahrung mit Massentests und seinem Netzwerk unmittelbar reagieren und den Plan umsetzen konnte.

Parallel zu den Vorbereitungen wurden in der Schule Einverständniserklärungen entworfen, mit denen die Eltern die Erlaubnis erteilten, ihre Kinder zu testen. Hier standen die Lehrer beratend zur Seite und versuchten in Gesprächen, den Eltern ein sicheres Gefühl zu geben – und auch gegebenenfalls nachzufragen, welche Bedenken denn im Raum stünden.

Moritz Breitenbach verbürgt sich für die Unbedenklichkeit der Antigentests, die BfArM-gelistet und vom Paul-Ehrlich-Institut freigegeben sind und eine hohe Genauigkeit aufweisen. Etwa drei Viertel aller Eltern gaben schließlich ihr Okay. Schulleiterin Sabine Henning freut sich „sehr über diese hohen Raten“.

Geschlossen hinter das Projekt stellte sich die Lehrerschaft: „Die Lehrer sind total glücklich, dass das Testen in professioneller Hand liegt und damit eine größere Sicherheit für alle entsteht“, stellt Sabine Henning fest.

Corona in Offenbach: Tests an vier Tagen in der Turnhalle

An den vier Vormittagen kommen die Schülerinnen und Schüler mit den Lehrkräften klassenweise in die Turnhalle, die durch einen großen Vorhang zweigeteilt ist. Eine Hälfte dient als Wartebereich, im anderen ist die Teststation aufgebaut. Dort testet Moritz Breitenbach mit seinem Team bestehend aus zwei Mitarbeiterinnen aus seiner Praxis und vier Kinderkrankenschwestern. Außerdem ist Schulgesundheitsfachkraft Carolin Rost mit dabei. Der Abstrich auf der Wangeninnenseite ist der übliche Vorgang, wahlweise können sich die Schüler aber auch mit dem Stäbchen in der Nase testen lassen. Zeigt der Antigentest ein positives Ergebnis, kann direkt vor Ort ein vergewissernder PCR-Test angeschlossen werden. In dieser ersten Testrunde liegt glücklicherweise kein positiver Test vor, so dass auch keine Klasse nach Hause geschickt werden muss. Für den Fall hat Sabine Henning bereits Überlegungen getroffen, mit pädagogischer Behutsamkeit und entsprechender Diskretion mit einem solchen Sachverhalt umzugehen, um Ausgrenzung vorzubeugen.

„Die Kinder nehmen das grandios an“, freut sich Moritz Breitenbach über den Erfolg, „selbst die ganz Kleinen“. Zwar würden Maskenpflicht und Abstandsregelungen ihren Zweck erfüllen, Testungen würden aber die Sicherheit noch weiter erhöhen. Nun hoffen alle Beteiligten, dass das erfolgreiche Projekt weitergeführt werden kann. Auch Breitenbach ist fest entschlossen, die Durchtestung der Schule nach den Osterferien zu einem Dauerprojekt zu machen: „Wir werden jeden Tag testen und versuchen, zweimal die Woche komplett durchzutesten.“ (Von Jan Schuba)

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