„Häufig sachliche Übereinstimmungen“

Pirat Gregory Engels jetzt Teil der CDU-Fraktion

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Pirat Gregory Engels ist künftig Teil der CDU-Fraktion.

Offenbach - Die CDU-Fraktion hat ihren Vorsitzenden Peter Freier einstimmig im Amt bestätigt – auf Vorschlag des Kreisvorsitzenden Stefan Grüttner. Das ist so zu erwarten gewesen. Von Martin Kuhn 

Nach der konstituierenden Sitzung warten die Unionschristen aber auch mit einer Überraschung auf: CDU und Piratenpartei kündigen eine enge Zusammenarbeit an. Gregory Engels, Unternehmer und Spitzenkandidat der Piraten, wird in der kommenden Legislaturperiode Teil der CDU-Fraktion. Die stimmte der Bitte Engels um Zusammenarbeit zu – mit allen Rechten und Pflichten, wie Peter Freier betont. Der Beschluss in der Fraktion erfolgte nach „zwei sehr ernsthaften Gesprächen“ einstimmig“, betont der 49-jährige CDU-Politiker.

„Schon im vergangenen Jahr gab es häufig sachliche Übereinstimmungen zwischen CDU-Fraktion und Piraten, die in einem einheitlichen Abstimmungsverhalten zum Ausdruck kamen“, sagt Gregory Engels. Für die weitere Zusammenarbeit spreche nun vor allem die inhaltlichen Überschneidungen aus den Wahlprogrammen. „So freut es mich, dass die Union konkrete Ideen für die Modernisierung der Verwaltung im Programm hat, die von den Piraten-Vorschlägen sehr gut ergänzt werden“, so Engels, der ausdrücklich seine Mitgliedschaft in der Piratenpartei behalten wird. Den Ball spielt der Chrisdemokrat geschickt zurück: „Gregory Engels und sein Kollege Helmut Eisenkolb haben sich im Stadtparlament durch Fachkenntnis, Kreativität und großes Engagement ausgezeichnet. Wir gehen davon aus, dass die nun enge Zusammenarbeit für beide Seiten befruchtend sein wird. Wir freuen uns darauf.“ Und damit beginnen neue Rechenspiele, nachdem die personell wieder erstarkten Liberalen kurz vor Ostern eine „Jamaika-Koalition plus“ - also CDU, Grüne, FDP und eine weitere Fraktion - ins Spiel gebracht haben.

Rein rechnerisch ergibt sich mit der „Hospitation“ Engels bei der CDU eine neue Variante für künftige Mehrheitsverhältnisse. Dann hätte eine Große Koalition („Groko“) von SPD (18 Sitze) und CDU (17 Sitze + 1 Pirat) mit 36 eine denkbar knappe Stimmenmehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Wie gesagt: rein rechnerisch. Wobei Kenner der kommunalpolitischen Szene bereits abwinken: „Eine Zusammenarbeit von SPD und CDU ist aktuell die unwahrscheinlichste aller Varianten.“ Das heißt: Es bleibt spannend...

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