Quartierspark erst 2017

Pläne für Mathildenviertel werden konkreter

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Hinter der privaten Wohnanlage „Karree 17“ soll überwiegend auf Kosten der Stadt ein Park für die Menschen des gesamten Viertels entstehen. Die Anlage wird über drei Eingänge erschlossen, über Bieberer, Gerber- und (unser Foto) Mathildenstraße.

Offenbach - Bewohner der seit Anfang 2015 bezogenen Eigentumsanlage „Karree 17“ waren schon unruhig geworden. Für sie zeichnete sich nicht ab, dass es etwas werden würde mit dem versprochenen „Quartierspark“ auf der frei gebliebenen Fläche des ehemaligen Friedel-Geländes an der Berliner Straße.

Nach einem Bericht unserer Zeitung über Auseinandersetzungen zwischen dem Bauherrn und einigen Wohnungskäufern,bei denen es auch um vermeintliche oder tatsächliche Mängel ging, stellt die in Sachen Park – mit dessen Bau eigentlich Anfang 2015 begonnen werden sollte – involvierte Stadt den Stand der Dinge dar. Der Entwurf für die „komplexe Planung der öffentlichen Grünfläche Quartierspark Mathildenviertel“ sei abgeschlossen, verkündet das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. Die von der Stadt vorgesehene Umsetzung einer Anlage mit Spielfläche im Innenhof der privaten Wohnanlage „Karree 17“ sei einen bedeutenden Schritt weiter.

Letzte Voruntersuchungen liefen demnach erst im Dezember 2015 und Anfang Januar 2016. Der Park entsteht größtenteils auf dem Dach einer Tiefgarage, das mit etwa 1,20 Meter Erdreich bedeckt wird, was die Pflanzung kleinerer Bäume zulässt. Für angrenzende Quadratmeter liegen die Ergebnisse von Bodengutachten und Kampfmittelsondierung vor. Sie werden in den Projektbeschluss eingearbeitet. Bewohner und Nachbarn werden sich deshalb viel länger als ursprünglich verheißen gedudeln müssen, bis die konkreten Arbeiten beginnen können. Im März soll der Magistrat beschließen, frühestens im Mai – wegen der Kommunalwahl – die Stadtverordnetenversammlung. Anschließend werden die Ausführungspläne und Details erarbeitet sowie die Bauleistung ausgeschrieben. Angestrebt ist, mit den Bauarbeiten im Oktober zu beginnen. Nach Abschluss der letzten Pflanzarbeiten im Frühsommer 2017 soll der Quartierspark endlich eingeweiht werden.

Von Anfang an sei die Frankfurter Immobilienfirma Schoofs als Bauträger der Wohnanlage ein Unterstützer des geplanten Quartiersparks gewesen, wird seitens der Stadt hervorgehoben. Bereits in den Kundengesprächen hätten sich die Bewohner auf eine parkähnliche Grünanlage zum Spielen für die Kinder freuen können. „Die Anlage wird durch den Quartierspark in Verbindung mit der Marienkirche allen Bewohnern eine idyllische Aussicht bieten“, heißt es in der städtischen Mitteilung. In Zusammenarbeit mit der Stadt „möchte Schoofs Immobilien das gesamte Quartier verschönern und zum Verweilen einladen“. Auf dem ehemaligen, lange verkommenen Areal des insolventen Autohauses Friedel ander Berliner Straße soll der Klein-Park einen attraktiven Mittelpunkt des Viertels schaffen und den hochverdichteten Stadtteil aufwerten. Der Spielplatz löst gleichzeitig Forderungen des städtebaulichen Rahmenplans Soziale Stadt und des Spielplatzrahmenplans ein.

Masterplan: Zehn Maßnahmenpakete

Der Park wird eine Fläche von zirka 2250 Quadratmetern haben und für die Öffentlichkeit über drei Eingänge (Mathildenstraße 13-15, Gerberstraße 16 und Bieberer Straße 58-60) zu erreichen sein. Vorgesehen sind von Rasenhügeln eingefasste Spielinseln, die von Laubbäumen und Strauchgruppen flankiert sind. Für die Herstellung des Quartiersparks stehen 570 .000 Euro zur Verfügung, davon übernimmt Investor Schoofs 120. 000 Euro. Diese setzen sich unter anderem zusammen aus der Ablösesumme für den gemäß hessischer Bauordnung bei diesen Wohnbaumaßnahmen erforderlichen Kleinkinderspielplatz, Gestattungsgebühren und Substratlieferung als Aufbau für den Kinderspielplatz. Der städtische Kostenanteil wird – als letztes bauliches Förderprojekt – nochmals zu etwa 90 Prozent aus dem bundes- und landesweiten Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt bezuschusst. (tk)

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