Stadt stellt Pläne vor

Umbau des Marktplatzes: Trennwirkung aufheben

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Durchgangsverkehr raus: Autofahrer müssen nach dem Markplatz-Umbau auf lieb gewonnene Wege verzichten. So kann nicht mehr von der Berliner Straße über den Marktplatz auf die Waldstraße gefahren werden. Wer von der Waldstraße kommt, darf nicht mehr nach rechts in die Bieberer Straße, sondern nur nach links in die Geleitsstraße abbiegen. Auf der Bieberer wird zwischen Großer Biergrund und westlichem Wilhelmsplatz die Einbahnstraßenregelung aufgehoben. Der Wilhelmsplatz kann auch von Osten angesteuert werden.

Offenbach - Der lange geplante Umbau des Marktplatzes rückt näher. Im Rathaus kennt man mittlerweile Zeitplan und Kosten, hat – das dürfte für Autofahrer wesentlich sein – die künftige Verkehrsführung festgelegt. Von Matthias Dahmer

Sie ist Grundlage eines Gestaltungswettbewerbs, bei dem es später um die Umbau-Details geht. Erklärtes Ziel: die Trennwirkung des Platzes aufzuheben, durch eine Art Fußgängerzone light eine auch optische Verbindung zwischen Frankfurter Straße und Wilhelmplatz bis zum Großen Biergrund zu schaffen.

Gelingen soll das durch einen Platz, dessen Straßenniveau der bestehenden Fußgängerzone angepasst wird, auf dem die Ampeln verschwunden sind und auf dem dank weniger und mit Tempo 20 rollendem motorisiertem Verkehr die Fußgänger mindestens gleichberechtigt sind.

Herausnahme des privaten Durchgangsverkehrs

Wesentliche Maßnahme ist die Herausnahme des privaten Durchgangsverkehrs, der laut Zählungen etwa 70 Prozent des Aufkommens am Marktplatz ausmacht. Durch Sperrung der Nord-Süd-Achse an der Waldstraße sollen von den derzeit täglich 7200 Autos nur noch 2600 übrig bleiben. Die Entlastung der Bieberer Straße ist trotz teilweiser Aufhebung der Einbahnstraßenregelung laut Verkehrszählung noch stärker.

Während sich der Individualverkehr auf einschneidende Änderungen einstellen muss, sind Buslinien kaum betroffen. Im Gegenteil: Künftig wird es sogar eine Verbindung von der Bieberer Straße zum Marktplatz geben. Zu diesem Zweck soll eine neue Haltestelle gegenüber dem Markthäuschen eingerichtet werden. Die derzeitigen Haltestellen auf dem Markplatz wandern Richtung Berliner Straße, werden teilweise vor dem Stadthaus und auf den derzeitigen Taxiplätzen an der S-Bahn-Station Marktplatz eingerichtet.

Vorfahrt für Fußgänger

Bestärkt in der künftigen Vorfahrt für Fußgänger sehen sich die Stadtplaner durch weitere Erhebungen: So queren an einem Werktagnachmittag 3600 Menschen die noch trennende Piste auf dem Marktplatz.

4,3 Millionen Euro wird der Umbau kosten. Etwa 900.000 Euro davon trägt die Stadt, zwei Millionen kommen aus dem Förderprogramm „Aktive Innenstadt“, etwa 1,46 Millionen sollen Straßenbeiträge der Anlieger bringen. Das städtische Geld sei in den Schutzschirm eingepreist, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider, für den das Vorhaben den „Schlussstein“ der Innenstadt-Umgestaltung markiert. Im übrigen seien die Pläne mit der IHK abgestimmt, die für die Interessen des Einzelhandels gekämpft habe. Ende 2015 soll es mit dem Umbau losgehen. Als Bauzeit ist mindestens ein Jahr veranschlagt.

Durchfahrt von Nord nach Süd wird gekappt

Während sich die Details der Marktplatz-Umgestaltung, wie etwa der Umfang der angepeilten Angleichung des Straßenniveaus oder Anzahl und Anordnung der Parkbuchten erst im kommenden Gestaltungswettbewerb ergeben, ist die künftige Verkehrsführung bereits vom Stadtplanungsamt aufgrund von Verkehrsuntersuchungen festgeklopft. Sie bedarf nur noch der Zustimmung des Stadtparlaments, das in seiner nächsten Sitzung noch in diesem Monat den entsprechenden Grundsatzbeschluss fassen soll.

Wesentliche Änderungen: Die Zufahrt von der Berliner Straße, also von Norden, zum Marktplatz bleibt wie bisher erhalten. Autofahrer können dann aber nur noch nach links in die Bieberer, nach rechts in die Geleitsstraße und – voraussichtlich – ins Parkhaus Marktplatz abbiegen. Die Durchfahrt Richtung Waldstraße wird gekappt, ist nur noch für Linienbusse möglich.

Nackt im Auto? Was im Verkehr erlaubt ist und was nicht

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Autofahrer, die auf der Waldstraße Richtung Marktplatz fahren, können nicht mehr nach rechts in die Bieberer einbiegen, Linienbussen bleibt das erlaubt. Der Individualverkehr kann nur noch nach links in die Geleitsstraße oder ins Parkhaus Marktplatz abbiegen.

Sowohl Pkw als auch Busse können den Wilhelmsplatz künftig auch vom Großen Biergrund aus, also von Osten, anfahren. Die Einbahnstraßenregelung auf der Bieberer wird deshalb zwischen Wilhelmsplatz und Großem Biergrund aufgehoben. Während der Individualverkehr vom Großen Biergrund bis zum westlichen Wilhelmplatz möglich ist, können Linienbusse bis zum Marktplatz fahren.

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