Plan ist da, nur kein Geld

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Bunt werben Fröbelschule und ihr Förderverein um Spenden.

Offenbach (tk) ‐ Die Fröbelschule geht betteln. Nach drei Jahren am Rande der Ödnis möchte die Gemeinde der Schule für Praktisch-Bildbare endlich wieder gestaltetes und nutzbares Land sehen. Ihr Schulhof ist seit Herbst 2007 eine armselige, trostlose Brache.

Der Beginn der Umgestaltung lässt auf sich warten; die von der Stadt und ihrer fürs Gebäudemanagement zuständigen Tochterfirma GBM in Aussicht gestellten Mittel reichen für einen Ansatz, nicht aber annähernd für das, was sich die Schule als Idealfall für ihr Freigelände vorstellt. Private Spender sind gesucht, potenzielle Geber werden direkt angeschrieben.

Reinhard Brand, der streitbare Fröbel-Schulleiter, will nur die Stimmung in Lehrer- und Elternschaft wiedergeben, wenn er einen Vergleich zieht: „Wenn eine private Erasmusschule eine Million teurer wird, ist das politisch kein Problem, für uns läuft das alles viel zäher.“

Die Misere begann 2006. Die Schule musste einen Teil ihres Geländes an die benachbarte städtische Kindertagesstätte 15 abgeben. Vorher wurde das großzügige Areal gemeinsam genutzt, jetzt trennt ein Zaun.

2007 überprüfte der TÜV dann den Spielhügel mit seinen Geräten und befand ihn für nicht mehr sicher: erst Sperrung, dann Schleifung der Anlage. Seitdem inspiriert der Hof kaum mehr zu sinnvoller und abwechslungsreicher Bewegung, effektiver Unterricht im Freien ist kaum mehr möglich, therapeutische Gartenarbeit schon gar nicht.

97 junge Menschen zwischen sechs und 19 Jahren besuchen die Schule. Die Mehrzahl gilt als praktisch bildbar, ein Viertel ist mehrfach schwerstbehindert. Sie verbringen meist zwölf Jahre an dieser Schule. Auch das stellt besondere Ansprüche an die Gestaltung. Barrierefreiheit ist wegen der Rollstuhlfahrer ein Muss, den motorisch fitteren Kindern sollten abwechslungsreiche Bewegungsangebote gemacht werden.

5000 Euro von der Stadt ermöglichten den Entwurf eines Architektenbüros, der komplett realisiert etwa 150 000 Euro nötig machen würde. „40 000 hat der Förderverein schon“, sagt Rektor Brand. Davon sind 30 000 Euro verplant für das zentrale Element, eine Spielanlage mit Treppe, Hängebrücke, Rampe, Matschteich, Kletterwand und Kletternetz. Das will die Frankfurt-Offenbacher Dr. Marschner-Stiftung bezahlen - ein erfreulicher Nebeneffekt des Projekts Partnerschaft mit der Leibnizschule, für das die Stiftung vergangenes Jahr der Hauptsponsor war.

Aber es sollte noch deutlich mehr sein. Unter anderem Spielhäuschen, Barfußpfad, Gewächshaus, Nestschaukel und viel Grün. Reinhard Brand und der Fröbel-Förderverein „Aktion behindertes Kind“ sähen es gern, wenn alles in einem Aufwasch erledigt werden könnte. Ein hübsches buntes Faltblatt soll die Börsen von Sponsoren öffnen. Motto: Wir haben einen Plan, aber kein Geld.

Brand weist auch darauf hin, dass die Kita 15 nebenan nach den Schulstunden und in den Ferien Nutznießerin eines einladenden Fröbel-Hofs wäre. Beim jüngsten Tag der offenen Tür an der Goethestraße hatte sich der Schulleiter noch beklagt: „Es mangelt nicht nur an Geld, sondern auch politischen Willen, daran etwas zu ändern.“

Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß wies gestern darauf hin, dass Stadt und GBM bereits jeweils 10 000 Euro für den Aufbau des Kombi-Spielgeräts und für kleinere Hof-Elemente zugesagt hätten.

Verzögerungen des Baubeginns begründet Weiß mit der Notwendigkeit vorheriger Bodenuntersuchungen - das Gerüst braucht sichere Gründung. Zudem muss der Kampfmittelräumdienst das Areal inspizieren, weil es Hinweise auf dort im Zweiten Weltkrieg niedergegangene Blindgänger gibt. Dass diese Vorsicht in dieser Gegend nicht unbegründet ist, erwies sich beim jüngsten Bombenfund an der Domstraße.

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