Corona-Lockdown hat auch Einfluss auf die Straßensanierung in Offenbach

Planungen durcheinandergebracht

Jüngste Sanierung: Die Lortzingstraße war in katastrophalen Zustand.
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Jüngste Sanierung: Die Lortzingstraße war in katastrophalen Zustand.

Offenbach – Herr M. hat unseren Artikel gelesen und aufbewahrt – und nach angemessener Zeit wieder hervorgeholt. Bürgermeister Peter Freier und Stadtservice kündigen darin Anfang März umfangreiche Straßenbauarbeiten in Offenbach an. M. fragt nun, sagen wir mal als irritierter Autofahrer, warum die für Ende Juni avisierte Sanierung der Oberen Grenzstraße noch nicht erfolgt sei.

Der Stadtservice gibt gerne Auskunft: „Insgesamt sind bereits mehr der für dieses Jahr vorgesehenen Straßensanierungen abgeschlossen als ursprünglich zu diesem Zeitpunkt vorgesehen – nur eben in einer anderen Reihenfolge.“ Die seinerzeit vorgestellte Planung der Asphaltarbeiten der Abteilung Straßenbau sei – wie viele andere Planungen auch – vom kurz darauf folgenden Corona-Lockdown durcheinandergebracht worden. Die „unerwartete verkehrsarme Zeit“ ab Mitte März führte dazu, dass generell Baustellen schneller beendet werden konnten als geplant. „Die Abteilung Straßenbau reagierte flexibel auf die veränderte Situation und zog Fahrbahnsanierungen auf Straßenabschnitten, die in normalen Zeiten besonders stark befahren sind, in diese Zeit vor.“

In der Oberen Grenzstraße sei indes sehr wohl gearbeitet worden. Anfang des Monats wurde der Bau einer 150 Quadratmeter großen Testfläche (25 Meter lang, 6 Meter breit) abgeschlossen, auf der die Offenbacher Firma Asphaltbau und Mischwerke einen Spezialasphalt aufgetragen hat. Dieser soll mit seiner hellen Oberfläche das Sonnenlicht reflektieren und mit einem entsprechenden Untergrund Wasser speichern. Das wird unter Sonneneinstrahlung wieder abgegeben.

Seitens des Stadtservice heißt es zum weiteren Prozedere: „Drei Jahre wird jetzt die Fläche beobachtet, vor allem mit Blick darauf, ob sich damit eine Abkühlung der Umgebung erreichen lässt. In dieser Zeit sollen auch weitere Erkenntnisse gesammelt werden, etwa wie belastbar das Material durch die dort verkehrenden Linienbusse ist. Und was wird aktuell gemacht? „Die Fahrbahn in der Lortzingstraße sowie in Teilen von Brink- und Beethovenstraße.“ Dann macht die Baufirma, die nach einer Ausschreibung mit allen 2020 anstehenden Asphaltarbeiten beauftragt wurde, Urlaub. Zum Schluss werde die Sanierung der Ulmenstraße vorgezogen (dies hängt von dort noch anstehenden Arbeiten an einer Gasleitung ab) oder der noch ausstehende Abschnitt in der Oberen Grenzstraße erledigt.

Von Martin Kuhn

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