Plattform für Kreative spart Reisen in die USA

Offenbach - (alk) Wer einen Offenbacher Architekten, Designer, Dolmetscher oder Künstler sucht, wird neuerdings auf der städtischen Internet-Seite fündig.

Der Empfehlung eines Gutachtens folgend hat das Rathaus eine Online-Plattform geschaffen, auf der sich die rund 1 000 Unternehmen darstellen können, die in der Stadt tätig sind und der Kreativwirtschaft zugerechnet werden. 90 dieser Unternehmen, die vor zwei Monaten über das neue Angebot informiert worden sind, nutzen es bereits.

Jürgen Amberger, Leiter der Wirtschaftsförderung im Rathaus, hat sich das Ziel gesetzt, unter anderem mit der Plattform die Stadt noch attraktiver für die Kreativwirtschaft zu machen. Ein vor zwei Jahren erstelltes Gutachten der Universität Trier hatte Offenbach das Potenzial bescheinigt, die Zahl der Mitarbeiter binnen zehn Jahren in dieser Branche zu verdoppeln. Von 4 100 Beschäftigten in 900 Unternehmen, sprach Gutachterin Prof. Dr. Ulrike Sailer bei der Vorstellung der Studie im Oktober 2007. Nach Angaben von Oberbürgermeister Horst Schneider arbeiten mittlerweile schon 5 000 Menschen in 1 000 Offenbacher Kreativfirmen.

Wie sinnvoll so ein Nachschlagewerk sein kann, belegte Wirtschaftsförderer Amberger mit einer Anekdote. Das im Nordend ansässige Tonstudio „Metz Neun Synchron“ habe vor einigen Jahren ein spezielles Modul gesucht und auf einer Messe in Los Angeles Kontakt mit einer Spezialfirma aufgenommen. Bei der Begrüßung habe man festgestellt, dass man Deutsch miteinander sprechen könne. Im Gespräch stellte sich heraus, dass beide Firmen „in der Nähe Frankfurts“ beheimatet sind, genauer in Offenbach. Noch genauer arbeiten beide in der Lilistraße - ein paar Häuser voneinander entfernt.

Auch damit Offenbacher nicht mehr nach Kalifornien reisen müssen, um sich zu finden, habe die Stadt nun 16 000 Euro investiert, um ein System zu entwickeln, das es den Firmen ermöglicht, sich selbst online einzutragen. Das Prinzip soll für weitere Angebote genutzt werden.

www.offenbach.de/forum-

kreativ-wirtschaft/

Kommentare