Im lyrischen Kampfring

+
Die Wortgladiatoren Volker Suhrmann (links), Aida und Paul Bokowski mit dem Moderator Lars Ruppel im Hafen 2.

Offenbach - Ein Wettkampf der Sprache lässt sich wieder einmal beim Poetry-Slam im Hafen 2 beobachten. Unter der Moderation von Lars Ruppel treten vier Frauen und fünf Männer in den lyrischen Kampfring. „Die einzige Regel ist, dass es keine Regeln gibt“, nimmt Ruppel vorweg. Von Sarah Neder

Was die geladenen Vorredner dem Publikum präsentieren, kann, aber muss sich nicht reimen, darf frei vorgetragen oder abgelesen, muss nicht lustig, aber in jedem Fall unterhaltsam sein. Ruppel ist seit mehr als zehn Jahren im Poetry-Slam-Geschäft und organisiert Auftritte in ganz Hessen. Neben, Marburg, Fulda, Gießen, Darmstadt und Frankfurt will Ruppel den Poetry-Slam auch in Offenbach fest etablieren: „Ich liebe den Hafen 2“, tönt der Wortakrobat, „und wie man sieht, haben die Offenbacher Bock drauf.“ Die geschätzt 150 Gäste scheinen das zu bestätigen.

Sobald ein Künstler die Bühne betritt, versickern die Gespräche, die Aufmerksamkeit des Publikums widmet sich der Person unter dem Scheinwerfer. Jeder der neun Künstler präsentiert seine Geschichte, sein Gedicht, sein Selbstgeschriebenes. Das Spektrum reicht von rhythmisch komponierten Wortschlangen über psychedelische Tagträume bis zu witzigen Anekdoten, die auch in das Programm eines Stand-up-Comedians passen würden.

Jazz Poetry Slam: Wort, Ton und Improvisation

Zu Beginn verteilt Ruppel Punktetafeln mit den Ziffern von null bis zehn. Nach jedem Auftritt vergibt die Zuschauer-Jury ihre Punkte – der Beste aus drei Vorträgen zieht ins Finale ein. In der Endrunde stehen Volker Suhrmann aus Berlin, der das Publikum in der Vorrunde mit Spott über die Werbebranche zum Lachen brachte und Aida, ein Künstler aus Erfurt.

Der dritte Finalist ist Paul Bokowski, der mit den Alltagsgeschichten aus seinem Buch die Punkte der Jury gewinnen kann. Über den Applaus des Publikums werden Suhrmann und Bokowski als gleichstarke Sieger des Abends gekürt. Ruppel freut sich schon auf den nächsten Abend im Hafen 2: „Die Künstler werden super gut behandelt.“ Ein genaues Datum steht bisher noch nicht fest, aber er will den Poetry-Slam drei bis vier Mal jährlich in Offenbach organisieren.

Poetry Slam an der Leibnizschule

Kommentare