Einige Räume vorübergehend geschlossen

Polizei kontrolliert Shisha-Bars

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Die Polizei im Einsatz vor einer Shisha-Bar in Offenbach.

Offenbach - Die Offenbacher Polizei hat am Wochenende mehrere Shisha-Bars im Stadtgebiet durchsucht. Einige Räume wurden vorübergehend geschlossen.

Obwohl inzwischen bekannt sein sollte, dass auch der Konsum von Wasserpfeifen gesundheitliche Risiken birgt, boomt das Geschäft mit den Shisha-Bars: Allein im Stadtgebiet Offenbach eröffneten im vergangenen Jahr fünf Gaststätten mit entsprechendem Angebot. Grund genug für die Gewerbeabteilung des Offenbacher Ordnungsamts, die hiesigen Shisha-Bars umfangreich zu kontrollieren.

In der Nacht zum Samstag überprüften Ordnungsamt-Mitarbeiter mit der Polizei die Einhaltung der gaststättengewerblichen Vorschriften sowie die des Jugendschutzes. Dabei kam es zu zahlreichen Beanstandungen. Bei der knapp neunstündigen Aktion, die bis in die frühen Morgenstunden andauerte, stellten die Einsatzkräfte in jedem zweiten Lokal Ordnungsverstöße und Mängel fest. Einige Räume mussten vorübergehend schließen, in einem Lokal sprachen die Beamten ein Zubereitungsverbot für Shishas aus.

Bei den Kontrollen ging es insbesondere um die Frage, ob eine ordnungsgemäße Be- und Entlüftung des Gastraums sowie eine ausreichende Zahl funktionierender Kohlenmonoxid-Warnmelder vorhanden waren. Ferner kontrollierten die Beamten mittels eines speziellen Messgeräts die Kohlenmonoxid-Konzentration in der Umluft der Gasträume. In einigen Lokalen fehlten die geforderten Kohlenmonoxid-Warngeräte, in anderen funktionierten die Lüftungsanlagen nicht einwandfrei, was zu einer erhöhten Belastung mit Kohlenmonoxid besonders in den Zubereitungsräumen der Gaststätten führte. In einem Fall war die Konzentration so hoch, dass die Feuerwehr alarmiert werden musste. Unter schwerem Atemschutz räumten die Brandschützer die Shisha-Kohle aus dem Anzündeofen. Nach intensiver Lüftung sank der Kohlenmonoxidwert wieder auf ein unbedenkliches Maß. Der bei dem Großeinsatz alarmierte Notarzt überprüfte den Gesundheitszustand des Gastwirts und seines Mitarbeiters, konnte nach einer kurzen Untersuchung aber Entwarnung geben.

Bußgelder für Gastwirte

Die nächtliche Kontrolle, die in enger Absprache mit Kräften des Polizeipräsidiums Südosthessen erfolgte, ergab zudem insgesamt 18 Verstöße gegen Gaststätten-Auflagen, das Jugendschutzgesetz und die Spielverordnung. Ein illegaler Spielautomat wurde außer Betrieb gesetzt. Die Polizei kontrollierte etwa 132 Personen und wurde bei zwei Gästen unter Heranziehung des Betäubungsmittelgesetzes und des Aufenthaltsrechts fündig. Nun liegt es an den Betreibern, die festgestellten Gaststättenmängel umgehend zu beheben. In einem Fall untersagten die Kontrolleure die Zubereitung von Shishas mit sofortiger Wirkung.

Laut Ordnungsamt haben die Gastwirte mit empfindlichen Bußgeldern zu rechnen – je nach Verstoß mit zwischen 500 und 1000 Euro. Ordnungsdezernent Felix Schwenke lobte die gute Zusammenarbeit und kündigte weitere Kontrollen an: „Die Stadt wird ähnliche Aktionen auch künftig vornehmen, damit eine Gefährdung von Gästen und Personal durch das Einatmen von Kohlenmonoxid in sogenannten Shisha-Cafés ausgeschlossen ist.“ Bereits in der Vergangenheit kam es in mehreren deutschen Städten wie auch in Offenbach zu lebensbedrohlichen Vorfällen durch das farb-, geschmacks- und geruchsneutrale Gas. Weil eine Kohlenmonoxidvergiftung nicht zwingend zu vorzeitigen Anzeichen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit führt, ist die Belastung in der Luft besonders gefährlich.

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red

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