Autofahrer müssen sich auf mehr mobile Blitzer gefasst machen

Polizei sagt Rasern den Kampf an

Offenbach - Die Polizei in Hessen verschärft die Jagd auf Raser. Dabei setzt sie zunehmend auf sogenannte Enforcement Trailer – mobile Blitzer, die wie Anhänger aussehen. Im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen ist bislang einer im Einsatz.

Die hessischen Autofahrer müssen sich auf mehr mobile Blitzer gefasst machen. In diesem Jahr will die Polizei fünf sogenannte Enforcement Trailer kaufen, wie die Zentrale Bußgeldstelle (ZBS) in Kassel verriet. Bislang hat sie zwei. Auch mehrere Rhein-Main-Städte haben sich solche High-Tech-Blitzer bereits zugelegt.

Die Geräte ähneln abgestellten Fahrzeuganhängern am Straßenrand. Unter der gepanzerten Außenhülle befindet sich die Technik zur Tempoüberwachung. Die Blitzer sind sehr effektiv und liefern im Durchschnitt 7000 Treffer pro Woche, wie die Behörde mitteilte. Ein weiterer Vorteil: Die Blitzer können ohne Personal arbeiten, bis zu eine Woche lang.

Die Polizei wolle mit den neuen Super-Blitzern aber nicht Autofahrern das Geld aus der Tasche ziehen und nicht mehr Einnahmen erzielen. „Wir wollen mit den Anlagen für mehr Verkehrssicherheit sorgen“, betont Torsten Werner, Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen. Denn Temposünder sorgen in Hessen für die meisten Knöllchen. 60 Prozent der Verstöße gehen auf ihr Konto. Autos, die im Halte- oder Parkverbot stehen, machen 22,7 Prozent der Verstöße aus, wie die Bußgeldstelle gestern bei der Vorstellung ihrer Jahresbilanz erklärte.

Bilder: An diesen 14 Stellen wird in Dietzenbach geblitzt

Die ZBS erzielte 2017 Einnahmen von 59,11 Millionen Euro, die in den Landeshaushalt fließen. Damit stieg der Ertrag im Vergleich zum Jahr 2016, als 57,57 Millionen Euro kassiert wurden. Den Zuwachs erklärte die ZBS damit, dass mehrere Blitzer-Anlagen nach einer zeitweiligen Auszeit wieder in Betrieb genommen wurden. Seit 2013 stieg die Zahl der Anzeigen-Eingänge erstmals wieder. Sie lag 2017 bei 1,16 Millionen.

Bei der Bußgeldstelle in Kassel werden alle Verkehrsverstöße im Bundesland erfasst, mit Ausnahme von Frankfurt. Hessens größte Stadt hat eine eigene Bußgeldstelle. (dpa)

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