Polizei setzt High-Tech-Betrüger matt

Offenbach (re) ‐ Gauner-High-Tech made in Offenbach: Die Polizei hat im Stadtteil Bürgel eine Werkstatt ausgehoben, in der eine rumänische Bande hochwertige Skimming-Geräte zum illegalen Ausspähen von Kontodaten hergestellt hat. Die Ermittler messen dem Fall bundesweite Bedeutung zu.

Vier Männer, 28, 29 und 36 Jahre alt, sitzen auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Stuttgart in Untersuchungshaft. Ihnen wird das „banden- und gewerbsmäßige Ausspähen von Daten und Herstellen von gefälschten Zahlkarten“ vorgeworfen.

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Sie sollen mittels Aufsatzgeräten an Geldautomaten ahnungslose Bankkunden übers Ohr gehauen haben. Und das im professionellen Stil: „Die Kripo ist sicher, erst am Anfang eines größeren Ermittlungskomplexes zu stehen, der weit über die Grenzen Offenbachs hinaus geht“, meint der Offenbacher Polizeisprecher Henry Faltin. Der „überraschende“ Schlag gegen die organisierte Kriminalität sei deswegen besonders, weil die Ermittler bislang davon ausgingen, dass solche Geräte ausschließlich in Osteuropa hergestellt werden.

Die Spur der Betrüger führte jedoch an die Mainschleife nach Bürgel. In einer Wohnung hatte die Bande eine unscheinbare, aber hochwertige Werkstatt eingerichtet, in der Faltin zufolge Skimming-Geräte „der neuesten Generation“ entstanden. Diese zeichnen sich vor allem durch kaum sichtbare Mini-Kameras zum Beobachten der Geheimnummern-Eingabe aus. Zusammen mit den mittels der eigentlichen Aufsatzgeräte kopierten Kartendaten ist es den Betrügern ein Leichtes, gefälschte Karten herzustellen und damit Geld abzuheben.

Rubriklistenbild: © dpa

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