Offenbacher Polizeipräsidium legt Statistik für 2015 vor

Aufklärungsquote auf Rekordhoch: Einbrecher trüben die Freude

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Offenbach - Die Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Südosthessen in Offenbach liest sich durchaus ordentlich – wenn da nicht die Wohnungseinbrüche wären.

Einmal im Jahr schlägt in den Polizeibehörden die Stunde der Statistiker. Die Zahl der Straftaten – aufgeteilt in alle Deliktsbereiche – wird präsentiert. Dazu die jeweilige Aufklärungsquote, das Arbeitszeugnis der Polizei quasi. Und der Offenbacher Polizeipräsident Roland Ullmann ist zufrieden mit der Arbeit seiner 1413 Vollzugsbeamten, die in Stadt und Kreis Offenbach, Hanau und Main-Kinzig-Kreis für Recht und Ordnung sorgen. Mit 49.140 Delikten mussten sie sich im vergangenen Jahr beschäftigen, exakt 59 Prozent davon klärten sie auf. Das ist die höchste Quote seit Gründung des Präsidiums 2001. „Nie zuvor war das Risiko für Kriminelle (...) gefasst zu werden, höher“, sagte Ullmann. 5646 Fälle pro 100.000 Einwohner gegenüber 6616 hessenweit sieht er als Beleg, „dass die Menschen hier in einer sicheren Region leben“.

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Regional und deliktbezogen ist die Entwicklung freilich unterschiedlich. In der Stadt Offenbach etwa liegt die Aufklärungsquote mit 64,4 Prozent über Landes- (59,9) und Präsidiumsdurchschnitt. Im Kreis Offenbach ist sie mit 54,6 dagegen geringer. Das Thema Flüchtlinge macht den Kriminalisten keine großen Sorgen. Ullmann sieht keine überproportionale Zunahme von Kriminalität Eine genaue Analyse sei aber erst in einem Jahr möglich, wenn „differenziertere Auswertungen“ vorlägen. „Völlig unbefriedigend“ sei dagegen, dass drei von vier Wohnungseinbrechern ungeschoren davonkommen, sprich die Aufklärungsquote mit 25,2 Prozent im Landesvergleich zwar ordentlich, aber gleichwohl niedrig ist. 1984 versuchte und vollzogene Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei 2015 in der Region, 101 oder 5,4 Prozent mehr als 2014. Auffallend: Die Aufklärungsquoten sind in Offenbach (45,0 Prozent) und Hanau (40,4) hoch, in den Kreisen Offenbach (18,9) und Main-Kinzig (13,4) jedoch niedrig.

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Ein generelles Stadt-Land-Gefälle gebe es hier nicht; vielmehr seien die Unterschiede durch Mehrfach- und Intensivtäter begründet, die in den Städten gefasst wurden. Insgesamt aber sah Ullmann eine „hervorragende Bilanz“. Heini Schmitt, Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft, hatte dieser Tage ein „Auseinanderdriften“ der offiziellen Polizeistatistiken und dem Sicherheitsgefühl der Bürger beklagt. Ullmann dazu: „Das ist nicht meine Wahrnehmung.“ Das umfangreiche Zahlenwerk der Polizei findet sich unter www.polizei.hessen.de.

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