Dietzenbacher wütet am Amtsgericht

Offenbach/Dietzenbach (re/cz) - Hammerhart: Weil er sich von Polizei und Justiz ungerecht behandelt fühlt, hat ein 60-jähriger Dietzenbacher die Fassade des Offenbacher Amtsgerichts in der Kaiserstraße mit einem großen Hammer bearbeitet.

Dabei beschädigte er etwa 120 Wandfliesen und 35 Scheiben aus Sicherheitsglas, wie die Polizei von der Aktion am Sonntagfrüh berichtete. Der Schaden betrage 50.000 Euro. Als die Beamten eintrafen ließ der Mann den Hammer fallen und sich widerstandslos festnehmen. Er wollte mit der Aktion die Öffentlichkeit aufmerksam machen. In einer zuvor versandten E-Mail an unsere Mediengruppe „erläuterte“ der 60-Jährige auf drei eng beschriebenen Seiten seine Beweggründe. Demnach beging er die Sachbeschädigung „aus Protest über die erlittene Willkür“ durch Polizei und Justiz. Sein Ziel sei, dass ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet werde. So sei die Polizei gezwungen, auch Entlastendes zu ermitteln.

Der Mann liegt seit Jahren mit Polizei und Justiz im Clinch und fühlt sich offenbar notorisch verfolgt. Nach Angaben eines Dietzenbacher Anwalts, der ihn zuletzt im April dieses Jahres am Landgericht Darmstadt vertreten hat, besaß er eine Waffenbesitzkarte. Da sein Mandant aber wegen Körperverletzung verurteilt worden war, galt er nicht mehr als zuverlässig und sollte seine Waffe abgeben. Die war jedoch nicht mehr auffindbar, erinnert sich der Anwalt. Der Angeklagte verlor den Prozess wegen unerlaubten Waffenbesitzes in zweiter Instanz und scheiterte mit einer Revision, da keine Rechtsfehler nachgewiesen werden konnten.

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