Sicherheit

Polizeieinsatz für Kickers immer teurer

Offenbach - Dies teilte Innenminister Boris Rhein (CDU) auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Daniel Mack mit. Für die Offenbacher Kickers wurden 1,47 Millionen Euro ermittelt, in der Saison 2009/2010 waren es nur etwas mehr als eine Millionen Euro. Von Peter Schulte-Holtey

Die Polizeieinsätze beim SV Darmstadt 98 haben demnach 2011 fast genauso viel gekostet wie bei der Frankfurter Eintracht. Für den Darmstädter Fußball-Drittligisten fielen in der Saison 2011/2012 für den Steuerzahler 1,72 Millionen Euro an. Bei der Eintracht, die vor ihrem Wiederaufstieg in der zweiten Liga spielte, waren es 1,80 Millionen. Erfasst wurden in der Aufstellung außerdem noch der FSV Frankfurt und der SV Wehen Wiesbaden.

Nach Angaben des Innenministeriums gibt es in Hessen ein Potenzial von 1.100 „Problemfans“. Als Gewalttäter sind in einer speziellen Datei 440 Anhänger der Eintracht erfasst. Offenbach kommt auf 169, Darmstadt auf 68, Wehen Wiesbaden auf 49 und der FSV Frankfurt auf nur 22.

Die Polizei müsse bei den Spielen ihre Risikoanalysen besser überprüfen, verlangte Mack und sieht etwa im Fall Darmstadts einen unverhältnismäßig hohen Sicherheitsaufwand. Generell müsse mehr in die Fanarbeit investiert werden.

Harsche Kritik für die Clubs

Heini Schmitt, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, kritisierte die Clubs mit scharfen Worten. Er warf ihnen vor, sich oftmals nicht um den Transport der Fans (zum Beispiel vom Bahnhof ins Stadion) zu kümmern. Zugangskontrollen würden zu lasch durchgeführt, erforderliche, bauliche Maßnahmen nicht umgesetzt, gewalttätige Fans nicht mit der gebotenen Konsequenz ausgegrenzt. Schmitt sagte auf Anfrage unserer Mediengruppe: „Die Vereine tun nach wie vor zu wenig, sind zu wenig konsequent, beschwichtigen und verharmlosen einen Zustand, der längst groteske Züge angenommen hat.

Mitunter werden bei sogenannten Risiko-Drittliga-Spielen bis zu 1.000 Polizisten mobilisiert.“ Hinzu kommen nach seinen Angaben unter anderem Folgekosten durch verletzte Kollegen. „Alles auf dem Rücken der Steuerzahler und mit der Folge, dass diese 1.000 Polizisten für je 12 Stunden dem Steuerzahler nicht zur Verfügung stehen“, fügte er hinzu. Schmitt forderte die finanzielle Beteiligung der Clubs: „Wer Unsummen für Spielereinkäufe ausgeben kann, Unsummen für Fernseh-Übertragungsrechte bekommt und letztlich der Veranstalter bzw. Verursacher ist, muss auch hier in die Pflicht genommen werden.“

Rubriklistenbild: © dpa

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