Siebter Tag an der Strafkammer

Tugce-Prozess: Sanel M. hatte 0,9 Promille im Blut

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Darmstadt/Offenbach - Zur Klärung des gewaltsamen Todes der Studentin Tugce hat das Landgericht Darmstadt heute Polizisten als Zeugen vernommen. Der 18-jährige Angeklagte Sanel M. hatte demnach in der Tatnacht rund 0,9 Promille im Blut.

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Die Kammer hatte am siebten von zehn geplanten Verhandlungstagen insgesamt 18 Beamte geladen, aber nicht alle konnten erscheinen. Unter ihnen sind Polizisten, die den Angeklagten festgenommen haben, am Tatort waren und Vernehmungen protokollierten. Ein 33 Jahre alter Polizist schilderte die Festnahme. Sanel M. sei "ruhig und sogar ein bisschen träge" gewesen. "Wenn man halt seinen Alkohol abbaut", sagte der Polizist. Eine Überprüfung habe rund 0,9 Promille ergeben. Der 18-Jährige habe aber "in keinster Weise aggressiv reagiert". Ein 27 Jahre alter Beamte sagte, ihm habe ein Kollege mitgeteilt, Sanel M. sei dann später bei seiner Einlieferung in eine Zelle "ziemlich aggressiv gewesen". Zu den Zeugen gehörte auch eine Polizistin, die als eine der ersten Beamten am Tatort eintraf und sich zuerst um Tugce kümmerte, während ihr Kollege Anwesende befragte. "Ich habe Tugces Kopf ruhig und stabil zu halten versucht, so wie nach einem Motorradunfall", sagte die 26-Jährige.

Vor der Vernehmung der Zeugen im Tugce-Prozess kam es noch zu einer Verzögerung: Zunächst gab es einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter. Sanel M. steht wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht. Dem 18-Jährigen wird vorgeworfen, Tugce im November 2014 auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach so heftig ins Gesicht geschlagen zu haben, dass sie stürzte, mit dem Kopf hart aufschlug und später starb. Ein Ende des Prozesses wird Mitte Juni erwartet.

Bilder zum Tugce-Prozess in Darmstadt

dpa

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