Baumaßnahme in Offenbach

Baumaßnahme in Offenbach: Wann steht die neue Sperrung der Seitenstraßen am Wilhelmsplatz an?

Die Sperrung kommt, doch in diesem Sommer soll sie noch einmal mit Hinweistafeln und Kontrollen durchgesetzt werden.
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Die Sperrung kommt, doch in diesem Sommer soll sie noch einmal mit Hinweistafeln und Kontrollen durchgesetzt werden.

Wer gehofft hatte, dank der neuen politischen Mehrheit würde es in Offenbach mit der Sperrung der Seitenstraßen des Wilhelmsplatzes schnell gehen, der wird enttäuscht.

Offenbach – Das bautechnisch Wünschenswerte, versenkbare Poller nämlich, wird es erst im nächsten Jahr geben. In den kommenden Monaten soll laut Baudezernent Paul-Gerhard Weiß – so wie beim Probelauf im vergangenen Jahr – noch mal mit Beschilderungen und Kontrollen gearbeitet werden. Geschuldet ist diese Verzögerung weniger dem politischen Willen der neuen Ampel-Koalition als vielmehr einer benachbarten Großbaustelle. „Die Seitenstraßen des Wilhelmsplatzes werden von September bis Januar als Umleitungsstrecken im Zuge des Marktplatzumbaus benötigt“, erläutert Weiß. In diesem Sommer mache man es bei den Sperrungen noch einmal „auf die alte Art“.

Die Poller-Lösung, so Weiß, soll bis zum Sommer 2022 stehen. Ohnehin könne man so etwas nicht „in drei Tagen“ erledigen. Weiß: „Wir holen Erfahrungen aus anderen Kommunen ein, zudem ist Organisatorisches zu klären, wie etwa die Frage, wer alles eine Berechtigung, sprich den Chip zum Versenken der Poller, erhält.“ Immerhin: Die Kosten für das Vorhaben, so der Baudezernent, seien überschaubar.

Verkehr in Offenbach: Koalitionsvertrag sieht Sperrung der Seitenstraßen am Wilhelmsplatz vor

Im neuen Koalitionsvertrag in Offenbach für die Jahre 2021-2026 haben SPD, Grüne und FDP festgelegt, dass die Seitenstraßen des Wilhelmsplatztes mittels versenkbarer Poller für den motorisierten Durchfahrtsverkehr gesperrt werden und dass die straßenbegleitenden Parkplätze entfallen. Bis zur Installierung der Poller soll es ab diesem Sommer Hinweistafeln, Absperrungen und Kontrollen geben. Bis zur Verwirklichung eines Ladezonenkonzepts soll für Früheinkäufer unter den Marktkunden ein Zeitfenster bis 11 Uhr gelten, welches direktes Einladen von größeren Einkäufen ermöglicht.

Auf Anfrage bekräftigen die Koalitionspartner in unterschiedlicher Intensität, endlich Nägel mit Köpfen machen zu wollen. Für die Grünen geht damit eines ihrer schon lang geforderten Anliegen in Erfüllung, wie Co-Fraktionsvorsitzenden Sybille Schumann formuliert. Für die Entwicklung des Wilhelmsplatzes und des Marktes in Offenbach bedürfe es einer nachhaltigen Verkehrsberuhigung und weiterer Freisetzung der Flächen, die durch Autoverkehr und Parkplätze entlang der Nord-Süd-Achsen in Beschlag genommen würden und damit die Aufenthaltsqualität auf diesem Kleinod stark beeinträchtigten. Die Studie, die Anfang Februar der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist, belegt für Schumann weiter eindrücklich die große Unterstützung für die Befreiung der Seitenstraßen vom Autoverkehr und die Schaffung von zusätzlichen Stellplätzen für Fahrräder.

Ziel ist autoarmer Wilhelmsplatz: Gute Erreichbarkeit des Markts in Offenbach nicht vernachlässigen

Für FDP-Parteichef Oliver Stirböck war die probeweise Sperrung der Seitenstraßen am Wilhelmsplatz in Offenbach für den Durchgangsverkehr im vergangenen Jahr, welche die Freien Demokraten initiiert hätten, erfolgreich. „Der Wohlfühlfaktor auf dem Platz hat sich erhöht, und wir freuen uns, dass wir mit dem Koalitionsvertrag unserem Wahlversprechen eines autoarmen Wilhelmsplatzes rund um die Uhr schnell näherkommen“, so Stirböck. Der „Autokorso“ um Offenbachs schönsten Platz sei aus der Zeit gefallen.

Von September bis Januar werden die Seitenstraßen des Wilhelmsplatzes als Umleitungsstrecken im Zuge des Marktplatzumbaus benötigt.

Auch die SPD in Offenbach sieht sich als Fürsprecher eines Wilhelmsplatzes, der zum Verweilen einlädt, wie Parteichef Christian Grünewald betont. Man habe bereits in der vergangenen Wahlperiode die Sperrung gefordert, und „wir freuen uns, dass wir mit unseren Koalitionspartnern Einigkeit erzielen konnten“. Zugleich gibt er zu bedenken: „Nicht wenige Besucher des Wochenmarkts sind der Meinung, dass sie für größere Besorgungen auf eine gute Erreichbarkeit des Marktes mit dem Auto angewiesen sind.“ Man habe sich deshalb darauf verständigt, dass es an Markttagen zunächst ein Zeitfenster bis 11 Uhr zum Befahren der Seitenstraßen geben werde. „Diese Regelung gilt, bis wir für die Markttage unter Beteiligung der Betroffenen ein Ladezonenkonzept entwickeln haben“, so Grünewald. (Matthias Dahmer)

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