Ein Polster hilft - aber nicht beim Ausruhen

Offenbach (hov) ‐ Holger Winkler berät bei der IHK Offenbach Existenzgründer. Er erklärt, worauf es für einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit ankommt.

Was ist entscheidend für den Erfolg einer Existenzgründung?

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Neben der guten Geschäftsidee ist die Gründerperson der entscheidende Faktor. Hierzu zählt natürlich die fachliche Qualifikation, aber auch das Verkaufstalent. Schließlich kann man nur Geld verdienen, wenn es einem gelingt, das Produkt der entsprechenden Zielgruppe zu verkaufen. Wichtige Voraussetzung für den Erfolg ist darüber hinaus die Planung der Existenzgründung. Wir empfehlen in jedem Fall einen Businessplan. Der dient der persönlichen Qualifizierung, der Überprüfung der Geschäftsidee und stellt einen „roten Faden“ dar.

Kann man finanziell gesehen bei Null starten?

Ich empfehle, mit einem Polster zu starten beziehungsweise dies einzuplanen. Besonders in der Gründungsphase sind die Einnahmen sehr unregelmäßig. Daher ist es sehr hilfreich, wenn man auf etwas zurückgreifen kann.

Welche Hilfestellungen bekommt ein Mensch, der eine gute Idee hat, von der IHK?

Die IHK bietet eine Reihe von Hilfsangeboten. Dazu gehören Erstberatungen zu Zugangsvoraussetzungen oder auch Branchenauskünfte. Darüber hinaus bieten wir individuelle Gespräche mit einem IHK-Betriebsberater an. Hinzu kommen Seminare und Informationsveranstaltungen sowie zahlreiche Informationen auf unserer Internetseite. Ergänzt wird das Ganze durch unsere Expertengespräche, bei denen an bestimmten Tagen zu speziellen Themen (Marketing und Vertrieb, Fördermittel und ähnliche Schwerpunkte) individuell in Zusammenarbeit mit externen Partnern beraten wird. Mehr dazu gibt es im Internet bei der IHK.

Mit welchen Konzepten wollen die Leute sich selbständig machen?

Im Beratungsalltag haben wir weniger mit „Exoten“ zu tun. Es sind eher die alltäglichen Geschäftsideen.

Können Sie Zahlen zu Erfolg oder Misserfolg nennen?

Ich habe keine exakte Erfolgsquote. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Unbestritten und nachgewiesen ist, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit mit sorgfältiger Vorbereitung enorm ansteigt. Hierzu zählen externe Beratung und Erstellung eines Businessplans.

Was hat sich seit dem Trubel um die Ich-AG verändert?

Die Ich-AG war aus meiner Sicht kein Erfolgsmodell, sondern hat in vielen Fällen dazu geführt, dass überstürzt gegründet wurde und dies häufig, ohne vorher eine Beratung in Anspruch genommen zu haben. An der zunehmenden Inanspruchnahme unserer vielfältigen Angebotspalette stellen wir fest, dass Existenzgründer tendenziell überwiegend gut vorbereitet starten. Hierbei gibt es natürlich auch Ausnahmen.

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