Post stellt Gelddieb eine Falle

Offenbach - Da behaupte noch mal einer, die Post sei ein lahmer Laden. Das mag ja bei der Zustellung von Briefen des öfteren der Fall sein. Doch wenn es ans Eingemachte geht, der Ruf so richtig auf dem Spiel steht, dann bewegt sich auch der gelbe Riese. Geschehen in den von unserer Zeitung vor kurzem beschriebenen Fällen von Geldbrief-Klau. Von Matthias Dahmer

Nachdem nämlich Post-Sprecher Alexander Böhm von uns mit dem Ärger von Paul Saupe aus Bieber konfrontiert worden war, der Geld in einem Brief an seinen Enkel verschickt hatte, das nie ankam, schaltete der Postmann die Abteilung Konzernsicherheit ein.

Und die wurde schnell fündig: „Gegen den Unternehmer, der dort für uns die Briefkästen leert, bestand schon zuvor einen Verdacht. Wir haben ihm gezielt eine Falle gestellt. In die ist er dann auch satt reingetappt“, schildert Böhm das Vorgehen. Wobei er aus Sicherheitsgründen mit den Details sparsam umgeht. Der Langfinger wurde jedenfalls sofort gefeuert, gegen ihn läuft mittlerweile ein Ermittlungsverfahren.

Daraus kann Polizeisprecher Henry Faltin berichten, dass es sich bei dem „mutmaßlichen Täter“ um einen 56-Jährigen handelt. Die Sicherheitsleute der Post konnten ihm nachweisen, dass er an zwei Tagen insgesamt 38 Briefe geöffnet hat. Der Mann schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Für Betroffene nicht nur aus Bieber, die sich nach unseren ersten Berichten über den Geldbrief-Klau in großer Zahl in der Redaktion gemeldet hatten, könnte sich damit das mysteriöse Verschwinden ihrer Briefsendungen erklären. „Der Mann war für ein relativ großes Gebiet zuständig“, sagt Pressesprecher Böhm. Ob nun jeder einzelne Fall aufgeklärt werden kann, bezweifelt er. Besonders bei Taten, die schon länger zurückliegen, dürfte dies nur schwer gelingen.

Die Polizei hofft deshalb, dass sich Betroffene melden und fragt: Wer hat vor dem 12. September 2009 in den Postleitzahlbezirken 63073 und 63075 in die dortigen Briefkästen mit Geld bestückte Sendungen geworfen, die verschwunden sind? Geschädigte können sich unter Tel.: 069/8098-1234 melden.

Trotz der schnellen Aufklärung weist Postsprecher Böhm noch einmal darauf hin: Geld gehört nicht in Briefe, die Post übernimmt dafür keine Haftung.

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