Offenbach: 60 Mitarbeitern droht Kündigung

Für Praktiker läutet Totenglocke

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Offenbach/Hamburg - Die meisten Handelsexperten hatten Praktiker nach der Insolvenz im Juli keine Zukunftschance eingeräumt. Nun ist die Marke endgültig am Ende.

An 130 Standorten beginne Ende nächster Woche der Ausverkauf, teilten die vorläufigen Insolvenzverwalter gestern mit. Auch der Baumarkt in Offenbach mit etwa 60 Mitarbeitern steht vor dem Aus. Es gebe jedoch gute Chancen, dass zahlreiche Filialen unter anderen Marken fortgeführt würden, heißt es in der Mitteilung der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon und Jens-Sören Schröder. Für einzelne Märkte lägen Angebote von Mitbewerbern oder branchenfremden Investoren vor.

Die Gewerkschaft Verdi ist pessimistischer. Horst Gobrecht von Verdi Südhessen sagte dieser Zeitung, die Nachricht sei „nicht nur traurig, sondern eine Katastrophe für die Mitarbeiter“. Bei der Suche nach Investoren für die Standorte müsse Insolvenzverwalter Christopher Seagon nun genau analysieren, welche Filialen sich doch noch rentabel weiterführen ließen und damit überleben könnten.

Zunächst keine Kündigungen

Nötig sei ein „plausibles Fortführungskonzept“, das vielen Mitarbeitern trotz der Pleite eine Perspektive geben könne, sagte Stefanie Nutzenberger aus dem Verdi-Bundesvorstand. Aus Sicht der Gewerkschaft ist es sonst fraglich, ob die Beschäftigten nach dem nächste Woche startenden Ausverkauf in den Geschäften von möglichen neuen Betreibern übernommen werden. Wie Seagon betonte, werde den 5330 fest angestellten Mitarbeitern an den betroffenen Standorten, davon 1780 geringfügig Beschäftigte, zunächst nicht gekündigt.

al/dpa

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