Praxistest kann beginnen

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Freuen sich, dass es endlich losgeht mit der Elektromobilität für jedermann. Anja Georgi, Geschäftsführerin der Offenbacher Nahverkehrsorganisation, und OVB-Chef Volker Lampmann zeigen, wie der kleine Stromer an der Ladestation aufgeladen wird.

Offenbach - Es ist ziemlich oft von Zukunft die Rede, gestern Nachmittag in der City. Und der einst unbelebte Platz an der Ecke Berliner Straße/Schlossstraße gibt zumindest eine Ahnung davon, wie sie ausshen könnte, die lautlose, strombetriebene Zukunft des Straßenverkehrs. Von Matthias Dahmer

Gleich gegenüber der S-Bahnstation und der zentralen Bushaltestelle Marktplatz wird mit Sekt, Häppchen und lobenden Worten eine Station eröffnet, an der vom nächsten Montag an Elektroautos und Elektrofahrräder ausgeliehen werden können. Bestückt ist die Station, mit deren Bau man Ende März begonnen hatte, mit zunächst zehn Elektrofahrrädern, Pedelecs genannt, und zwei stadttauglichen Elektroautos.

Offenbach setze damit einen „Meilenstein bei der Elektromobilität in Deutschland“, sagt Professor Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Der RMV hatte zusammen mit den Offenbacher Verkehrsbetrieben (OVB) die Federführung beim Aufbau der Ausleihstation. Offizieller Betreiber sind die OVB, die die gesamte Abwicklung des Betriebs an den Dienstleister stadtmobil GmbH übertragen haben.

Reichweite bis 180 Kilometer

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Ordentliche werden belohnt

Die Fahrzeuge mussten zusätzlich zur Ausstattung mit Elektro-Antrieb auch noch mit der nötigen Technik zur Ausleihe bestückt werden. Ferner wurden an der Station Ladesäulen und Fahrradboxen sowie ein Schlüsseltresor installiert - nötige Infrastruktur, um den Verleih für den Nutzer ohne große Umstände möglich zu machen.
Wer die Elektro-Fahrzeuge nutzen möchte, muss sich in der RMV-Mobilitätszentrale im städtischen Info-Center im Salzgäßchen 1 anmelden. Bei den beiden Elektroautos handelt es sich um Fahrzeuge der norwegischen Marke „Think City“. Die beiden Kleinwagen sind mit einem 30 Kilowatt-Elektromotor ausgestattet. Sie haben eine Reichweite von rund 180 Kilometern im Stadtverkehr und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. Gestern ist indes nur eines der Fahrzeuge verfügbar, bei dem zweiten habe es Probleme mit dem Aufladen der Batterie gegeben, verweist OVB-Chef Volker Lampmann auf den „typischen Vorführeffekt“.

Elektrischer Linienbus ist geplant

Für Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) ist es „unübersehbar, dass die Zukunft begonnen hat“. Die Elektromobilität sei kein Marketing-Hype, sondern eine Perspektive zur Verbesserung der Lebensqualität in den Großstädten. Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne) sieht in der Station ein Beispiel dafür, dass Elektromobilität nun für jeden greifbar ist. Anja Georgi, Geschäftsführerin der Offenbacher Nahverkehrsorganisation, ist „unsäglich stolz“ auf das Projekt, mit dem Elektromobilität „richtig sichtbar“ werde.

Dass die Stromer-Station entstehen konnte, ist dem Umstand zu verdanken, dass bei den Stadtwerken die vom Bund geförderte regionale Leitstelle Elektromobilität angesiedelt ist. Als zweites größeres Vorhaben ist im Sommer der Einsatz eines rein elektrisch betriebenen Linienbusses geplant. Der Bus kann am nächsten Sonntag gegenüber der Station am Marktplatz schon mal besichtigt werden.

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