Preissenkung versprochen

Offenbach - Kampfpreise im kleinen Obertshausen, hinlangen in der Großstadt - die unterschiedliche Tarifpolitik der Energieversorgung Offenbach (EVO) bei den Gaspreisen erhitzt das Gemüt des Offenbacher EVO-Kunden Norbert Alix. Von Matthias Dahmer

Der Energieversorger gibt mit Blick auf den Konkurrenten Maingau-Energie, der seinen Sitz in Obertshausen hat, unumwunden zu, dort mit „Akquise-Preisen“ in den Markt zu gehen. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen zum 1.  Oktober dieses Jahres eine Senkung seiner Gaspreise für die Offenbacher an.

Norbert Alix hat ausgerechnet, dass er selbst mit dem für ihn billigsten Offenbacher EVO-Tarif mehrere hundert Euro pro Jahr mehr bezahlen muss als ein Obertshausener, der aus Offenbach sein Gas bezieht. „Wechselwilligen Kunden der Maingau in Obertshausen wird ein Angebot unterbreitet, das etwa 28 Prozent unter dem günstigsten Offenbacher Tarif liegt“, so Alix. Zudem werde den Obertshausenern der Preis bis Ende des nächsten Jahres garantiert.

38 000 Kilowattstunden verbraucht Norbert Alix in seinen beiden Offenbacher Immobilien im Jahr. Kosten: 2 403,40 Euro. Würden seine Häuser in Obertshausen stehen, müsste er nur 1884,76 Euro an die EVO überweisen, eine Differenz von satten 518,64 Euro.

Ich hätte kein Problem, wenn diesen Neukunden in Obertshausen ein Tankgutschein, eine einmalige Gutschrift oder ähnliches angeboten würde. Aber so finde ich es gelinde ausgedrückt mehr als ärgerlich“, sagt Norbert Alix.

EVO-Sprecher Harald Hofmann will sich zur Rechnung seines Offenbacher Kunden nicht im Detail äußern, glaubt sie ihm unbesehen. Weil man die Kampfpreise in Obertshausen, wo die EVO derzeit rund 100 Kunden hat, offenbar nicht so gerne öffentlich ausbreiten möchte, schwenkt Hofmann schnell zum Angenehmen, hat eine preispolitische Beruhigungspille zur Hand: Zum 1.Oktober werde man die Gaspreise für die rund 24 000 Kunden in Offenbach „deutlich senken“, sagt er. Prozentzahlen waren dem Unternehmenssprecher indes noch nicht zu entlocken.

Im Übrigen hält Hofmann der Kritik von Norbert Alix Grundsätzliches entgegen. Die Sommerpreise seien „nicht wirklich relevant“, sagt er. 80 Prozent des Energieverbrauchs liegen in den Wintermonaten, weshalb mit Beginn der Heizperiode die Preise gesenkt werden. Harald Hofmann: „Wir nehmen immer die durchschnittlichen Marktwerte der vergangenen neun Monate und geben diese Preisentwicklung dann zeitverzögert an den Kunden weiter.“

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