100 Jahre SKG: Premiere für Ehrungsroutiniers

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Beim Auszeichnungsmarathon für die 100-jährige SKG Rumpenheim: OB Horst Schneider überreicht die Ehrenurkunde der Stadt an den Vorsitzenden Joachim Schiebel

Offenbach - 100 Jahre sind eine stolze Zahl. Das Vereinsjubiläum perfekt macht aber eine ganz besondere Überraschung, die Oberbürgermeister Horst Schneider für die Sport- und Kulturgemeinschaft Rumpenheim (SKG) am Samstagabend bereit hielt. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Die Sportplakette des Bundespräsidenten als höchste staatliche Auszeichnung für Sportvereine in Deutschland. Mit dieser Verleihung hatte selbst das „ehrungsroutinierte“ Stadtoberhaupt Premiere. Die begehrte Plakette ist für Vereine auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene vorgesehen, die besondere Verdienste um die Pflege und Entwicklung des Sports erworben haben. Sie wird nur auf besonderen Antrag aus Anlass des 100-jährigen Bestehens vergeben.

Und sie bleibt bei weitem nicht die einzige Auszeichnung zur Jubiläumsfeier im Bürgerhaus. Schneider hat alle Hände voll zu tun. Vom Land gibt es die silberne Ehrenplakette, der Magistrat der Stadt überreicht eine Ehrenurkunde als Anerkennung für sportliche Leistung und Gemeinschaftsförderung, „garniert mit einem gedeckten Scheck“ scherzt der OB.

Kein Verein, der die Nachwuchsarbeit fürchtet, wird alt. Die SKG muss sich da keine Sorgen machen, wie der Festabend zum 100. Geburtstag zeigte.

Weiter geht´s mit der silbernen Offenbacher Ehrennadel für Rudi Schiebel als einer von Vieren im „Club der Tausender“, was heißt: Schiebel hat mehr als 1000 Spiele für die SKG, in diesem Fall 1200 bestritten. Sein „Club-Kollege“ Bernd Kriebel bekommt für die gleiche Leistung die städtische Sportplakette. Der Landesehrenbrief als Anerkennung für besonderes ehrenamtliches Engagement wird Henning Hehner und Hans-Jürgen Burmeister, der 1100 Spiele hat, später noch zuteil werden.

Bis zum 125-jährigen verspricht der sichtlich gut aufgelegte OB beste Chancen auf den von allen Fußballern heiß begehrten Kunstrasenplatz: „Wiener Ring, Rosenhöhe, ich erzähle überall das gleiche!“. Als Zeichen der Verbundenheit hat er sich bei 28 Grad Bühnentemperatur den schwarz-gelben Vereinsschal über die rote Krawatte gelegt.

Ebenfalls Stammgast bei unzähligen Vereinsjubiläen ist Peter Dinkel vom Landessportbund (LSB). Auch für ihn ist es heute ein „besonderes Ereignis“, beim SKG zu sein. Denn eine Ehrung für 80 Jahre Mitgliedschaft darf der Sportkreisvorsitzende nicht auf jeder Feier vornehmen. Hugo Zeller ist 93 Jahre alt und war maßgeblich daran beteiligt, dass das Vereinsleben nach der Gleichschaltung in der Nazizeit und dem 2. Weltkrieg wieder den Stellenwert bekam, den es verdient hatte.

Zellers besonderer Wusch im Jubiläumsjahr: „Dass wir wieder in der Kreisliga A spielen!“ Für den Verein hat Dinkel außerdem eine in Leder gebundene Urkunde inklusive Gutschein für eine Übungsleiterausbildung im Gepäck.

Kreisfußballwart Karl-Heinz Kohls macht´s kurz: „Die Plakette des hessischen Fußballverbandes bestätigt endgültig: Der Verein ist 100 geworden!“, stellt er fest und übergibt das Wappen des Deutschen Fußballbundes mit einem „ordentlichen Obulus, der DFB ist nicht arm“ sowie einen Gutschein für eine Trainer-C-Ausbildung.

Ehrenbriefe des Verbandes werden an Matthias Grieben und Michael Steckelies (1000 Spiele) überreicht, die auch je 40 Jahre Mitglied sind, und an Karheinz Hardt, Oliver Kriebel, Markus Neckermann, Andreas Plaumann und Michael Rummel. Bernd Kriebel, Michael Lautenschläger und Thorsten Schweedt, ebenfalls alle seit 40 Jahren dabei, tragen jetzt Ehrennadeln in Bronze. Und der 72-jährige Walter Hill ist seit 50 Jahren Schiedsrichter, wofür ihm Kohls die große Verbandsehrennadel gibt.

Bleiben weitere Ehrungen für Langjährige. Rudi Schiebel und Willy Pollich bereichern die SKG seit 65 Jahren, Klaus Ebert, Henning Hehner und der Vorsitzende Joachim Schiebel seit 50 Jahren. Jeweils 25 Jahre gehören Andreas Münch und Reiner Hof zum Verein.

Neben den offiziellen Urkunden- und Nadelübergaben steht natürlich auch Kurzweiliges auf dem vierstündigen Programm. Der Mundwerk-Chor aus Rumpenheim sorgt mit Schlosspark- und SKG-Lied für schöne Töne. Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner hält einen lockeren Vortrag über das Leben der Unparteiischen. Henning Hehner ergründet im Interview mit vier Altersgruppenvertretern 100 Jahre Vereinsgeschichte. Den lustigen Teil des Abends teilen sich Parodist Bernd Schmitt aus Limburg und Oma Lehnchen alias Uschi Steinbacher. Eine detaillierte Vereinschronik findet sich in der knapp 70 Seiten dicken Festschrift. Hans-Jürgen Burmeister gibt deshalb lustige Anekdoten rund um Lederflicken, verfärbte Trikots, Schraubstollen und Sandplätze zum besten, die im Heft nicht zu finden sind. Die Moderation des unterhaltsamen Jubiläumsabends teilen sich Michael Grieben und Conny Roth.

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