Auf Privatgrund wird Sperrmüll zum Problem

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Diesen Müllhaufen auf Privatgrund wird die Stadt aus öffentlichem Interesse nicht auf sich sitzen lassen.

Offenbach (tk) ‐ Ein riesiger Sperrmüllhaufen in Lauterborn, eine wegen ausbleibender Abhilfe seitens des Ordnungsamts oder des Stadtdienstleisters verärgerte Nachbarin, kommentiertes Bild in der Zeitung...

Für Frank Weber, stellvertretender Chef des Ordnungsamts, Anlass, das unermüdliche Engagement der städtischen Stellen für die Sauberkeit der Stadt zu betonen. „Steht ganz oben auf unserer Prioritätenliste“, sagt er, gibt aber zu, dass es im aktuellen Fall an der Kommunikation mit der Bürgerin gehapert hat.

Der Frau wäre nur zu erläutern gewesen, dass es gewisse illegal wirkende Ablagerungen gibt, die beim besten städtischen Willen nicht sofort beseitigt werden können: jene, die auf privatem Grund liegen, dessen Eigentümer nicht greifbar ist. Und um eine solche handelt es sich bei dem Sperrmüllhaufen am Carl-von-Ossietzky-Weg.

1446 unangemeldete Entrümpelungs-Lager sind im vergangenen Jahr von aufmerksamen Offenbachern gemeldet worden. Die Mehrzahl davon war schnell ein Fall für die „Sperrmüll-Feuerwehr“ des ESO, weil es sich um öffentliche Flächen handelte. Von den 138 Müllbergen auf Privatgrund waren die meisten auch kein Problem, weil Baugesellschaften oder Hausmeister schnell ausfindig zu machen waren.

Bei einigen wenigen musste erst der Besitzer, meist ein Auswärtiger, ermittelt und zur Beseitigung aufgefordert werden. Im aktuellen Fall sei leider mangels Rufnummer noch niemand erreicht worden, sagt Weber. Trotzdem werde jetzt wegen des öffentliche Interesses geräumt. Juristisch nennt sich so etwas „Ersatzvornahme“. Ob die Kosten reingeholt werden können, ist fraglich.

Für Verursacher kann es teuer werden. Die Müllermittler des Ordnungsamts erwischen auf Grund von Hinweise nicht wenige. 13 428 Euro Bußgeld wurden im vergangenen Jahr eingetrieben. Handelte es sich um Ablagerungen auf nichtöffentlichen Grundstücken, ist es auch in dieser Hinsicht nicht so einfach. Wehrt sich jemand juristisch, hat er vor Gericht keine schlechten Chancen, da er ja mit seinem Eigentum so lange tun und lassen kann, was er will, falls keine Gefahr davon ausgeht.

Illegale Müllablagerungen können dem Ordnungsamt (z 8065 4747) gemeldet werden. Die Leitung ist unter der Woche von 7 bis 21 Uhr besetzt. In der östlichen Innenstadt sind „Rundgänger“ unterwegs, die ein waches Auge auf das Umfeld haben. Solche Ehrenamtlichen sollen demnächst auch in Lauterborn für die Stadt-Aktion „Besser leben in Offenbach“ umherstreifen. Übrigens: Die Entsorgung von Fernsehern, Schränken und Regalen in Offenbach ist einfach, Sperrmüllabholung (Bestellung: z  8065 4545) ist kostenlos, ebenso die Anlieferung im Wertstoffhof, Dieselstraße 7.

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