Problem-Baustelle ist Geschichte

170 Unfälle und zwei Todesopfer auf der A3

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Bei diesem Unfall Anfang September kam eine Frau ums Leben.

Offenbach - Zwei Menschen sterben bei Unfällen, 31 werden verletzt, es kracht 170 Mal, der Schaden summiert sich auf 1,86 Millionen Euro. Die Bilanz der Problem-Baustelle auf der A3 zwischen Offenbach und Obertshausen ist verheerend. Von Nina Beck und Michael Eschenauer 

Seit mehreren Tagen rollt der Verkehr wieder ohne Einschränkungen. Kern der dreieinhalb Monate dauernden Bauarbeiten, es gab lange Unterbrechungen wegen Bombenfunden und Kampfmitteluntersuchungen, bildete die Erneuerung des Asphalts auf drei Spuren plus Standstreifen in Richtung Würzburg. Aber es ging auch um einen Versuch: Um die Leistungsfähigkeit der Autobahn trotz Baustelle möglichst ungeschmälert zu erhalten, wurde erstmals auf einer Autobahn in Hessen die mittlere Fahrbahn als Wechselspur eingerichtet - je nachdem, in welche Richtung die meisten Fahrzeuge unterwegs waren. Eine wissenschaftliche Auswertung des Verkehrs-Tests - auch hinsichtlich der Unfälle und Staus - will man nach Auskunft der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil bis Januar vornehmen.

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Die Kritik an der Baustelle, die seit Anfang August für erhebliche Probleme im Pendler- und Durchgangsverkehr sorgte, war hart und dauerhaft. Sie entzündete sich an dem zu hohen zugelassenen Tempo von 80 km/h, der als zu gering empfundenen Breite der Spuren und der unzureichenden Vorbereitung der sich der Baustelle nähernden Autofahrer. Leicht war die Durchfahrt für diese nicht. Am häufigsten registrierte die Polizei Auffahrunfälle sowie seitliche Berührungen von Kraftfahrzeugen untereinander oder Beschädigungen der Autos durch die Betonbegrenzungen der Fahrbahnen.

Die sechs Kilometer lange Baustelle ist mittlerweile abgebaut. Ein stauanfälliger Abschnitt bleibt die Strecke mit täglich 133 000 Fahrzeugen ohnehin. Und 2016 kommt die andere Richtung mit der Fahrbahnerneuerung dran. Indes zeichnet sich immerhin in Dietzenbach und angrenzenden Kommunen etwas früher als gedacht eine leichte Entspannung der Verkehrssituation ab: Wie Hessen Mobil gestern mitteilte, kann der zweite Bauabschnitt an der Waldorfschulkreuzung auf der B 459 bereits an diesem Wochenende beendet werden, die Vollsperrung zwischen Frankfurter und Offenbacher Straße gehört ab Montag der Vergangenheit an. Der Verkehr kann hier wieder in beide Richtungen fließen, lediglich die Zufahrt von der B 459 auf die Frankfurter Straße ist dann gesperrt. Mitte Dezember sollen die Bauarbeiten an dieser Stelle komplett beendet sein.

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Mehr Geduld brauchen all jene, die aus östlicher Richtung in oder durch die Kreisstadt fahren wollen: Die Arbeiten an der Waldacker-Kreuzung dauern bis zum ersten Adventswochenende. Der nächste Bauabschnitt ziehe sich planmäßig bis 19. Dezember hin, so Hessen Mobil.

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