Bis 2017 soll sie modernisiert und erweitert sein

Volkshochschule: Problematisches Schätzchen

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Von außen wenig verändert, innen dafür viel: Der Zugang von der Berliner Straße wird der Haupteingang für die städtischen Flächen, der Vhs-Eingang verschiebt sich aus dieser Perspektive nach rechts und innen verbindet die Stockwerke eine neue breite Treppe.  

Offenbach - Seit 2000 ist die Volkshochschule in einem Mehrzweckgebäude an der Berliner Straße untergebracht. Die Räume sind veraltet und reichen nicht mehr aus. Deshalb will die Stadt für die Bildungseinrichtung mehr Flächen im selben Haus mieten. Nach der Sanierung gibt es einige Neuerungen. Von Julia Radgen

Yoga und Gymnastik sind beliebt, aber vor allem zum Deutschlernen besuchen Offenbacher die Vhs. 27 Prozent des Angebots nehmen Deutschkurse ein, weiß Leiterin Dr. Gabriele Botte. Daher benötige man mehr Platz und größere Räume für bis zu 25 Personen. „Der Zustand ist momentan weder attraktiv noch tragbar“, sagt Botte. Seit 16 Jahren sitzt die Vhs in den unteren Geschossen des N+M-Hauses an der Berliner Straße 77, 1970 vom Architekturbüro Novotny Mähner fertiggestellt und zunächst selbst genutzt. Darin befinden sich auch Jugendbildungswerk und Jugendberufhilfe des Jugendamts und die Beratungsstelle Start-Projekt.

Dies und die zentrale Lage in der Stadt sollen beibehalten werden. Mit dem Eigentümer, der Frankfurter Firma MMZ Real Estate, hat man sich deshalb geeinigt, im selben Haus eine größere Fläche zu mieten. Außer größeren Räumen sollen Warte- und Beratungszonen erweitert werden. „Unsere Schüler verbringen hier den halben Tag und sollen sich wohlfühlen“, fordert Botte. Ein Entspannungsbereich für die Gesundheitskurse kommt hinzu. Die Kinderbetreuung wird vom Unterrichtssektor getrennt. „Das verbessert die Qualität von Betreuung und Unterricht“, so Botte.

Der Mietvertrag soll im Juli 2017 beginnen und 20 Jahre laufen. Die Bildungseinrichtung gewinnt damit fast das Anderthalbfache an Fläche und vergrößert sich auf 5095 Quadratmeter, dazu kommen 267 Quadratmeter Keller. Dafür zahlt die Stadt ab 2018 mehr als 875 .000 Euro Miete pro Jahr. Bis dahin muss das gesamte Haus gründlich saniert und modernisiert werden. Im Dezember 2014 begann MMZ mit der Kernsanierung des Hauses, in dem bis zum fünften Geschoss Gewerbe- und vom sechsten bis zum zehnten Wohnungen untergebracht sind. Begonnen wurde damit, moderne Isolierfenster anzubringen und Fassade sowie Dach zu dämmen.

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Ein modernes Energiekonzept soll die Nebenkosten senken. „Wir wollen den Anschluss nutzen und eine Fernwärmeheizung einbauen“, sagt MMZ-Mitbegründer Raimund Maschita. Auch Nachtabkühlung und Haustechnik sollen optimiert werden. „Dieses Haus ist architektonisch gesehen ein Schätzchen, aber auch ein Problemkind“, sagt Maschita. Zu den Eigenheiten gehört, dass Besucher über die Treppe im Inneren nur bis in den zweiten Stock gelangen. Wer höher hinaus will, muss auf Aufzüge und die Fluchttreppe außen ausweichen. Eine neue breite Treppe soll den Zugang zu allen städtischen Flächen ermöglichen.

Auch die Eingangssituation soll verbessert werden, indem der jetzige Eingang versetzt wird. Während der Sanierungsphase will die Vhs weiter alle Kurse anbieten. Notfalls wolle die Stadt Ausweichflächen finden oder bereits fertig sanierte Flächen nutzen. Denn ausgebaut wird „von oben nach unten“. Die Stadtverordneten müssen der Magistratsvorlage am Donnerstag, 28. Januar, noch zustimmen.

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