Viel hilft nicht immer viel

Probleme mit Terminvergabe im Bürgerbüro

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Das in den Bernardbau umgezogene Bürgerbüro (hier ein Bild von der Eröffnung im November 2014) kämpft mit Überbuchungen bei der Online-Terminvergabe.

Offenbach - Wartezeiten bis zu drei Stunden und völlig überlastetes Personal hatten den Magistrat der Stadt Offenbach dazu bewogen, die Arbeit im Bürgerbüro vorübergehend umzustellen. Die Online-Terminvergabe funktioniert – allerdings ein wenig zu gut. Von Rebecca Röhrich

Grund: „Viele Bürger buchen gleich mehrere Termine, von denen sie dann nur einen wahrnehmen“, so Martina Fuchs, Leiterin des Bürgerbüros. Dies sei aber nicht Sinn der Sache. Mit diesem Verhalten werde anderen Kunden die Möglichkeit genommen, zeitnah vorbeizukommen.

Ergebnis: Waren Anfang Juni noch 900 Termine frei, sind jetzt alle Tage bis zum 19. Juni komplett ausgebucht. Tatsächlich kämen aber längst nicht alle Angemeldeten vorbei. „Wir hatten Tage, da wurden 30 bis 40 Termine nicht wahrgenommen“, so Fuchs.

Weniger eifrige Bürger haben das Nachsehen. Vor drei Tagen wollte Marco Nolting sein neues Auto anmelden und hatte dafür zunächst das Online-Angebot genutzt. „Da war aber erst am 16. Juni ein Termin für die Kfz-Zulassung frei“, erzählt er und ist mit diesem Problem nicht allein, wie zahlreiche erboste Leser der Redaktion berichten.

Überbuchen in moderatem Maß

Da Nolting kein eigenes Grundstück hat, hätte er bis zu dem Termin seinen Wagen auf einem regulären Parkplatz abstellen müssen. Dies ist aber verboten und kann ein hohes Bußgeld zur Folge haben. Jetzt hofft er, seinen Wagen über die Kfz-Werkstatt anmelden zu können, die an dem Wagen noch ein paar Reparaturen vornimmt. „Wir sind gerade dabei, die Leute zu kontaktieren, die mehrere Termine gebucht haben, um eine Lösung zu finden“, sagt Fuchs. Ein großer personeller Aufwand, der sicherlich nicht im Sinne des Erfinders ist. Deswegen appelliert die Leiterin an die Kunden, sich auf einen Termin zu beschränken. „Außerdem überbuchen wir ab sofort in einem moderaten Maß“, so Fuchs. Schließlich sei damit zu rechnen, dass weiterhin nicht alle Termine am Tag wahrgenommen werden. Und sie hat noch einen Tipp: „Früh morgens buchen wir die Termine zurück, die am Vortag abgesagt wurden. Wer also morgens um 8 Uhr anruft, hat durchaus Chancen, am selben Tag vorbeikommen zu können.“

Ende Juli rechnet die Leiterin mit einem Ergebnis, was die Untersuchungen zum Personalbedarf des Bürgeramts betrifft. Die Kunden müssten sich allerdings darauf einstellen, dass sie noch eine ganze Weile Termine für die Anmeldung einer Wohnung oder für den Reisepass- oder Führerscheinantrag brauchen.

Seit dem 1. Juni können die Offenbacher für Passverlängerungen oder Kfz-Zulassungen nicht mehr einfach beim Bürgeramt vorbeigehen, sondern müssen vorab online oder telefonisch einen Termin vereinbaren. Parallel prüft die Stadt, wie viel Personal künftig in der zentralen Serviceeinheit nötig ist.

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