Profis prüfen neue Nutzung

Machbarkeitsstudie für Hauptbahnhof in Auftrag gegeben

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Ortstermin an einem Hauptbahnhof, der seinen Namen schon längst nicht mehr verdient: Vertreter der Initiative Hauptbahnhof, der Stadt, der Bahn und der beauftragten Agentur schauten sich die Zustände an.

In die lange Zeit festgefahrene Diskussion um die Zukunft des Hauptbahnhofs kommt Bewegung: Eine auf den Umbau von Bahnhöfen spezialisierten Agentur wurde jetzt mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Deren Ziel: Den Hauptbahnhof zum öffentlichen Raum für Kunst, Kultur und Soziales zu entwickeln.

Offenbach –  Ausgeschrieben hatten die Studie die Stadt und die im Herbst 2017 gegründete Initiative Hauptbahnhof Offenbach. Letztere sorgt mit verschiedenen Veranstaltungen und Treffen dafür, dass die seit langen Jahren leer stehende Bahn-Immobilie wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rückt. Den Zuschlag erhielt nun die Berliner Agentur BahnStadt/stationova. Sie habe mit Erfahrungen, unter anderem bei der Umnutzung des Cuxhaveners Hauptbahnhofs überzeugt, heißt es.

„Dass der Hauptbahnhof seit vielen Jahren ein tristes Dasein fristet, liegt nicht alleine im Verantwortungsbereich der Stadt“, betont Baudezernent Paul-Gerhard Weiß. Er begrüßt die Aktivitäten zur Reaktivierung und Sanierung des Gebäudes: „Ich bin schon sehr gespannt, was in den nächsten Monaten passiert und welche Form der Nutzung wir erwarten werden können.“

Ende Januar kamen Vertreter der Initiative Hauptbahnhof, der Stadt, der Eigentümerin Deutschen Bahn und der Berliner Agentur erstmals bei einem Ortstermin zusammen, um den Fahrplan für die Machbarkeitsstudie zur Erarbeitung von verschiedenen Nutzungsszenarien sowie einer umfassenden Wirtschaftlichkeitsberechnung in Bezug auf Kauf, Sanierung und Betrieb des historischen Empfangsgebäudes zu besprechen. „Wir haben Anfragen von möglichen zukünftigen Mietern und viele spannende Nutzungsideen und Vorschläge. Jetzt müssen die Profis schauen, was in welchem Umfang möglich ist“, so Kai Schmidt, Sprecher der Initiative Hauptbahnhof.

Mit der Hochschule für Gestaltung (HfG) ist ein weiterer Partner im Boot. Professor Kai Vöckler begleitet das Projekt für die Hochschule und könnte sich ein „Zentrum für Mobilitätsdesign“ in dem Gebäude vorstellen.

Marion Rüber-Steins vom Stadtplanungsamt geht davon aus, dass eine Neubelebung des Gebäudes auch ein Impuls für die umliegenden Quartiere ist: „Wichtig ist vor allem, die Rahmenbedingungen für eine Nachnutzung des historischen Empfangsgebäudes zu ergründen.“ Zugleich erinnert sie daran, dass das Bahnhofsgebäude Teil der südlichen Innenstadt ist, welche im Zuge des auf zehn Jahre angelegten Förderprogramms Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt (HEGISS) vom Land unterstützt wird, um die Lebensqualität im Quartier insgesamt aufzuwerten.  

mad/pso

Infos im Internet

bahnstadt.de

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