Projekt der Baugenossenschaft Odenwaldring

57 neue Mietwohnungen

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Der Bagger frisst sich in die Häuser an der Ecke Sprendlinger Landstraße und Odenwaldring. Bis Jahresende sind sie komplett weg, Neubauten sind geplant.

Offenbach - Die Baugenossenschaft Odenwaldring packt ihr größtes Projekt seit Jahrzehnten an. Dass Offenbach gerade einen Bauboom erlebt, kommt ihr dabei sicher nicht ganz ungelegen.  Von Matthias Dahmer 

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Wer dieser Tage von Westen über den Taunusring in die Stadt einfährt, für den ist es unübersehbar: An der Kreuzung mit der Sprendlinger Landstraße laufen Abrissarbeiten. Sie bereiten ein Vorhaben der Baugenossenschaft Odenwaldring vor, „eines unserer größten Bauprojekte seit Jahrzehnten“, so Geschäftsführer Reinhard Abraham. Die alten Häuser, erbaut 1936, weichen mehreren Neubauten, in denen insgesamt 57 frei finanzierte und zwischen 40 und 70 Quadratmeter große Ein- und Zwei-Zimmer-Mietwohnungen entstehen sollen. Die Bauanträge, sagt Abraham, werden in der nächsten Woche eingereicht. Bis Ende des Jahres sollen die alten Bauten abgerissen sein, im Januar folgt die Ausschreibung. Als Starttermin für die etwa ein Jahr dauernden Arbeiten ist der April angepeilt.

Wie die Häuser aussehen werden, steht im Detail noch nicht fest. Sicher ist nur: Gebaut wird dreigeschossig und in, so Abraham, „fröhlicher Farbgestaltung“; das Gebäude an der Ecke Sprendlinger/Odenwaldring wird sogar vier Stockwerke haben und darüberhinaus über ein markantes, zu den Straßen hin liegendes Treppenhaus verfügen. Die Schlafräume der neuen Mietwohnungen liegen alle auf der von der Straße abgewandten Seite, den Mietern wird eine Tiefgarage zur Verfügung stehen. Angesichts der Lage an einer Verkehrsschlagader ist sich Geschäftsführer Abraham bewusst, dass die zu erzielenden Mieten nicht mit denen am Hafenbecken zu vergleichen sind. Er könnte sich jedoch nicht zuletzt wegen des Baubooms in der Stadt vorstellen, dass ähnlich wie beim Luisenhof acht bis zehn Euro pro Quadratmeter möglich sind.

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Eine bestimmte Zielgruppe für die Neubauten hat die Baugenossenschaft nicht im Auge. Aufgrund der Wohnungsgrößen kommen Familien weniger in Frage. Abraham sieht sie eher geeignet für Leute, welche Wert auf Mobilität legen und die gute Verkehrsanbindung zu schätzen wissen. Mehr als fünf Jahre war über die Erhaltung der Häuser diskutiert worden. Gern hätte man das historische Ensemble bewahrt. Doch der Zahn der Zeit hatte zu stark an der Substanz der von Architekt Peter Petermann entworfenen, günstig erbauten Siedlung genagt, die als Kleinwohnungsbau für ärmere Schichten gedacht war. Sogar Offenbachs strenge Denkmalschützer hatten wegen wirtschaftlicher Unvertretbarkeit der Sanierung grünes Licht für den Abriss gegeben.

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