Illegaler Sperrmüll auf der Straße

Aus der Wohnung, aus dem Sinn

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Ansichten wie diese aus dem Jahr 2011 sind seltener geworden im Mathildenviertel. Dank enger Zusammenarbeit mit Anwohnern hat sich das Straßenbild zum Positiven gewandelt.

Offenbach (fel) - Und wieder haben Mitarbeiter des Sicher-Sauber-Amtes im Mathildenviertel zugeschlagen: Sie erwischten Anwohner aus der Austraße, als sie Sperrmüll auf der Straße entsorgten. Illegal, wie das Ordnungsamt betont.

Im vermeintlichen Schutz der Dunkelheit entledigten sich die Bewohner von Unrat und Gerümpel. Aus der Wohnung auf die Straße – aus dem Auge, aus dem Sinn. So einfach war’s dann aber doch nicht. Die Müllpolizisten schlugen ihnen ein Schnippchen. „Diese Personen wurden verwarnt oder erhielten Bußgelder“, berichtet der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Frank Weber. Zuletzt mussten Anwohner für das selbe Vergehen 150 bis 450 Euro berappen.

Doch nicht nur klassischer Haus- und Wohnungsmüll befindet sich auf der Fahndungsliste, auch den im öffentlichen Raum abgestellten Autowracks rückten die Mitarbeiter des Amtes schon zu Leibe. Mit dankbarer Unterstützung: Anwohner des Mathildenviertels haben in den vergangenen fünf Jahren dazu beigetragen, dass sich die Sauberkeit und auch die Sicherheitslage dort merklich verbessert hat. Stadtrat Paul-Gerhard Weiß: „Viele positive Rückmeldungen von Anwohnern bestätigten, dass die Maßnahmen Wirkung entfaltet haben. Aber es gibt noch vieles zu tun und der Einsatz für den Stadtteil darf nicht nachlassen.“

Verschönerungs- und Pflegeaktionen

Zu den Maßnahmen, die der Stadtrat nennt, zählen eine ganze Reihe von Verschönerungs- und Pflegeaktionen, die unter der Federführung von Sabine Süßmann umgesetzt wurden. Sie leitet das städtische Großprojekt „Besser leben in Offenbach“ – eine Initiative der SOH und der Stadtverwaltung, die die Lebensqualität in Offenbach verbessern soll.

Vor allem das Patenschaftsmodell war ein großer Erfolg im Pilotgebiet: Ehrenamtlich tätige Paten kümmern sich um die Pflege von Baumscheiben, sie beseitigen Unrat auf Spielplätzen oder in Parks. Über zehn Prozent der mittlerweile 70 Paten im Stadtgebiet sind heute im Mathildenviertel aktiv. „Ein deutlicher Beleg für das Zugehörigkeitsgefühl und das Engagement der Anwohner“, findet Sabine Süßmann. Was im Mathildenviertel vor fünf Jahren begann, wurde inzwischen auf vier weitere Stadtteile ausgeweitet: östliche Innenstadt, Innenstadt, Nord-end und Lauterborn.

Auch die Idee der Stadtteilbüros mit Quartiersmanagement wurde im Mathildenviertel entwickelt. Und die Idee zündete: Heute dient das Stadtteilbüro am Mathildenplatz als Anlaufstelle für Bürger mit Anliegen rund um Themen aus der Nachbarschaft und ist eines von dreien im gesamten Stadtgebiet.

Ein dichtes Melde- und Kontrollnetz

Neben Verschönerungs- und Pflegemaßnahmen, Patenprojekten und Stadtteilbüro mit Quartiersmanagement wurde ein dichtes Melde- und Kontrollnetz im Mathildenviertel geknüpft. Viele Augen unterstützen die Ordnungskräfte bei ihren Bemühungen. So erhält das Ordnungsamt durch die sogenannten Stadtteilrundgänge des Quartiersmanagements zweimal pro Woche Berichte über Ablagerungen oder sonstige Auffälligkeiten im Straßenraum. Das Amt ermittelt dann zeitnah und meldet die Abfälle, damit diese schnellstmöglich durch den Eigenbetrieb der Stadt (ESO) entsorgt werden. Zusätzlich zu den Reinigungskolonnen des ESO befreien die Mitarbeiter der „Sauberen Innenstadt“ täglich Straßen und Gehwege von Kleinmüll.

Infos zu „Besser leben in Offenbach“ und zu den Patenschaftsprojekten – neue Paten sind immer willkommen – gibt Sabine Süßmann telefonisch unter 069/840004-156 oder per E-Mail: sabine.suessmann@soh-of.de. Müllhotline: 8065-4747. Im Internet: www.offenbach.de/maengelmelder

Ergänzt werden diese Bemühungen durch Beobachtungen der Mitarbeiter des städtischen Verkehrsüberwachungsdienstes, die ebenfalls Besonderheiten melden. Und die Stadtpolizei bestreift gerade in den Abendstunden regelmäßig die östliche Innenstadt und schaut nach dem Rechten. Nach Angaben der Polizei ist die Sicherheitslage im Viertel unauffällig.

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