Projekt „Elektromobilität in Offenbach“ spart Kohlendioxid

Pioniere auf vier Rädern

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Ob City-Flitzer oder Transporter: Das Projekt „Elektromobilität in Offenbach“ soll städtische Unternehmen ermutigen, umweltfreundlicher auf den Straßen unterwegs zu sein. Inzwischen konnten alle Autos an örtliche Betriebe vermietet werden.

Offenbach - Grün-weiße Elektroautos gehören mittlerweile fest zum Stadtbild. Inzwischen wurden wie angestrebt 40 dieser Fahrzeuge an Unternehmen vermietet. Zum erfreulichen Resümee gab es Besuch aus Bonn.

In einer positiv gestimmten Runde ist Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, voll des Lobes für die grün-weißen Elektroautos: „Das Projekt ,Elektromobilität in Offenbach’ (eMiO) zeigt uns eindrucksvoll, dass Elektrofahrzeuge sowohl in Flottenanwendungen als auch in Sharing-Angeboten eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Alternative sind.“ Elektromobilität sei nicht nur eine wichtige Zukunftstechnologie für Deutschland, sondern biete die Chance, Lärm- und CO2-Emmissionen in den Städten zu mindern. In Offenbach hat diese Zukunft mit dem bei der Stadtwerke Offenbach Holding angesiedelten Forschungs- und Entwicklungsprojekt 2013 begonnen.

Ziel war es, 40 Elektroautos an städtische Unternehmen und Institutionen zu vermieten und damit der umweltfreundlichen Elektromobilität einen Impuls zu geben. Elektromobilität, so lautete der Leitgedanke, solle als marktfähige Umweltinnovation im Alltag erprobt und durch die einheitliche Gestaltung der Fahrzeuge sichtbar gemacht werden. Das Projekt der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main wird unter der überregionalen Koordination der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch Mittel des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert.

Die Stadtwerke haben von ihr geleaste Elektroautos für je drei Jahre an örtliche Unternehmen weitervermietet. Nach zwei Jahren sind alle Fahrzeuge an sogenannte e-Mio-Pioniere vermarktet. Den Betrieben gefällt’s: „Wir nutzen das E-Auto jeden Tag, um Medikamente zu den Kunden zu bringen“, erklärt Löwen-Apothekerin Franziska Hoefer. Michael Büttner vom Caritasverband sagt: „Unsere Pflegekraft fährt mit dem Elektroauto zu Terminen. Bei einer Tagesstrecke von zehn bis 15 Kilometern reicht eine Batterieladung für die ganze Woche.“

Bevor es 2013 richtig losgehen konnte, klärte ein Stadtwerke-Team die wichtigsten Fragen: vom Mietsystem über den Versicherungsschutz bis zur Auswahl der Fahrzeugtypen. Ein Ziel war, den Kunden mit der Technik nicht allein zu lassen und ihm etwa Inspektionen und Wartung durch die Offenbacher Verkehrs-Betriebe zu vermitteln. Während der Projektlaufzeit sind aus ehemals vier verschiedenen Fahrzeugtypen acht geworden – vom City-Flitzer bis zum Transporter. Am stärksten gefragt sind Kleinwagen. Davon ist auch Oberbürgermeister Horst Schneider angetan: „Mit dem Projekt haben wir gezeigt, dass Elektromobilität auch im betrieblichen Alltag gut funktioniert.“

Gebrauchte Elektroautos - Was Käufer wissen müssen

Flankiert wird es durch eine Begleitforschung: Nutzer werden nach ihren Erfahrungen befragt, Experteninterviews veranstaltet und Mobilitätstagebücher ausgewertet. Ein Ergebnis: Von 2013 bis 2015 sparten die Autos gegenüber dem Einsatz herkömmlich motorisierter Fahrzeuge bei einer Gesamt-Kilometer-Leistung von 465.000 Kilometer 80.000 Kilogramm Kohlendioxid ein.

Daten, die Bürgermeister und Mobilitätsdezernent Peter Schneider gefallen: „Wir begreifen die innovative, umweltfreundliche Fahrzeugtechnik als Bestandteil einer nachhaltigen, klimafreundlichen Stadt- und Verkehrsentwicklung.“ Anja Georgi, Leiterin der Projektleitstelle Modellregion Elektromobilität Rhein-Main und Geschäftsführerin Mobilität, vermutet, dass das Projekt Unternehmen zum Umdenken bewogen haben könnte. Ihr Fazit: „Es ist ein gutes Beispiel, wie bei Unternehmen, aber auch bei Autohändlern ein erhöhtes Bewusstsein für die umweltfreundliche Fahrzeugtechnik geschaffen werden kann.“

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wac

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