Projekt ermuntert Jugend zum Sport

Offenbach - (siw) Übergewichtig, unausgeglichen, kaum beweglich: Das trifft laut Deutschem Kinderschutzbund auf jedes dritte Kind zu. Aus  Sportvereinen und Schulen kommen Klagen, dass es große motorische Defizite bei Jungen und Mädchen gibt - viele Kinder können nicht einmal rückwärts laufen.

Dem Nachwuchs auf die Sprünge helfen und ihm richtig Lust auf Sport zu machen, hat Traudl Herrhausens Frankfurter Verein „Grundschulen in Bewegung“ sich zur Aufgabe gemacht. Bis heute sind es fast 20 Schulen in Frankfurt und dem Hochtaunuskreis mit insgesamt 4 288 Schülern, die von der Aktion profitierten.

Jetzt hat Projektleiter Dr. Armin Radinger Offenbach entdeckt: In der Goetheschule im Nordend geht die auf insgesamt zwölf Wochen angelegte Aktion gerade dem Ende entgegen. In 14 Tagen soll die Initiative für mehr Bewegung an der Eichendorffschule ihre Fortsetzung finden.

Die Grundschüler probieren sich in diversen Disziplinen aus: Leichtathletik, Laufschule, Tanzen, Basketball, Volleyball, Handball, Fußball, Turnen, Badminton, Frisbee und Boxen. Das Üben in diesem besonderen Sportunterricht, der von Zweierteams des Vereins und einem Sportlehrer der Schule geleitet wird, mündet in eine individuellen Empfehlung von einer Einzel- und einer Mannschaftssportart für jedes Kind.

Wie der Sportwissenschaftler erläuterte, könne man davon ausgehen, dass sich die Hälfte der Jungen und Mädchen dauerhaft an den Sport binden. Bei den Vereinen mache sich diese neue Nachfrage bereits bemerkbar.

Die Grundschüler lernen nicht nur, dass Bewegung Spaß macht: Sie kapieren auch, dass Regeln einzuhalten sind. Sobald die fetzige Musik in der Turnhalle verstummt, werden die Kinder von alleine ruhig und kommen zusammen. Außerdem macht es gehörig Eindruck auf die Grundschüler, dass sich Schulfremde so intensiv mit ihnen beschäftigen. Außer der Beweglichkeit werden Fairness, Sozialverhalten und Teamfähigkeit trainiert. Darüber hinaus hat es sich gezeigt, dass die Schüler ausgeglichener und motivierter sind - und damit auch deutlich weniger aggressiv.

Pro Klasse kostet die Aktion 2 400 Euro, bei 25 Klassen der Goetheschule also insgesamt also 60 000 Euro. Um die Initiative zu finanzieren, werden Sponsoren ins Boot geholt. Mit 20 000 Euro hat sich die Fraport AG an dem Projekt beteiligt: Dem Unternehmen, das viele Sportvereine fördert, kämen häufig Beschwerden zu Ohren, dass beim Nachwuchs oft große motorische Mängel auszumachen seien, sagte Rainer Gomoluch. 9 000 Euro spendierte die hiesige AOK: „Wir wissen, dass 45 Prozent der dicken Fünf- bis Siebenjährigen ihr Übergewicht behalten“, so Ralf Hain, Leiter des Offenbacher Beratungscenters. Deswegen habe man die Initiative für mehr Bewegung gerne gefördert.

2 500 Euro lässt die Städtische Sparkasse dem Projekt zukommen, die Stadt unterstützt die erfolgreiche Initiative mit 6 000 Euro. Wenn es den Eltern finanziell möglich ist, zahlen sie zwölf Euro für die zwölf Doppelstunden: „Wenn diese aber mehrere Kinder haben, wird das schon schwierig“, weiß Radinger. Den fehlenden Betrag bringt der Verein auf, der deswegen immer auf der Suche nach finanziellen Unterstützern ist.

http://www.grundschulen-in-bewegung.de

Kommentare