Prosit Neujahr!

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Barbara Hoven

Das Wort der Stunde heißt Bilanz. Also dann, auf geht´s: Ein herzliches Grunzen nachträglich, liebe Schweinegrippe! Du hast am Ende auch den letzten Ungläubigen unter uns Demut gelehrt und dass es ein Akt des Selbstschutzes statt der Verachtung ist, eine freundlich dargebotene, aber möglicherweise tödlich verseuchte Hand zu ignorieren. Von Barbara Hoven

Sei willkommen, Wirtschaftskrise! Dank dir gab es überhaupt erst so viele Hände zu ignorieren. Ohne die Angst vor Arbeitslosigkeit und Hartz IV hätten sicherlich viele das ein oder andere Mal auf den Arzt gehört und die einsame Schwitzkur im Bett der allgegenwärtigen Medikamentendröhnung im Büro vorgezogen.

Lass auch du dich folgerichtig dafür drücken, Klimakatastrophe, dass du uns über unseren eingefrorenen Glauben an die Zukunft mit viel zu heißen Sommertagen hinweg getröstet hast. Und gräme dich nicht wegen deines schlechten Rufes, Nahostkonflikt, sondern sei stolz darauf, dass du mehr für Mutter Natur tun kannst als alle Politiker zusammen. Wie oft und billig hätten wir unsere Autos wohl vollgetankt und die Umwelt vollgestunken, wenn du den Preisverfall des Rohöls nicht mit solch explosiver Regelmäßigkeit torpediert hättest.

Kommt also alle an unser Herz, ihr großen bedrohlichen Katastrophen. Hättet ihr der Menschheit dieses Jahr nicht so gründlich versaut, könnte sie sich heute um Mitternacht nicht schon wieder vorgaukeln, dass nächstes Jahr alles besser wird. Vielen Dank dafür!

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