Demonstration in der Innenstadt

OFC-Fans protestieren gegen Eintracht-Äppler

Offenbach - Junge Leute mit Staubmasken verteilen Schilder und hängen ein Transparent auf. Sie sperren einen kleinen Bereich mit gelb-schwarzem Band ab. Von Niels Britsch

Protest gegen Eintracht-Äppler

Fans von Kickers Offenbach haben sich in der Innenstadt zu einer Spontan-Demonstration versammelt. Sie protestieren gegen den Verkauf des Adlerschoppens in ihrer Stadt.

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Es sind nicht viele, etwa 20 Menschen die sich vor einem Supermarkt in der Innenstadt versammelt haben. Auf den ersten Blick könnte man wegen der vielen schwarz-gelben Schilder und der Masken meinen, es handele sich um eine Demon stration gegen Atomkraft, auch einige vorbeieilende Passanten äußern diese Vermutung.

Wer jedoch genauer hinschaut, erkennt dass es sich um Fußballfans handelt - um Kickers-Anhänger. Doch was soll dann dieses viele Schwarz-Gelb - etwa eine Demo gegen Dynamo Dresden oder Borussia Dortmund?

Hessen protestieren gegen ihr Nationalgetränk

Irgendwann werden schwarz-rote Dosen ausgepackt und in den abgesperrten Bereich gestellt. Dazu kommt ein Schild mit der Aufschrift „Achtung verstrahlt“. Das sind sie also, die Objekte, gegen die sich der Protest richtet: Apfelwein in Dosen. Tatsächlich: Einige Hessen protestieren da gegen ihr Nationalgetränk.

Allerdings nicht irgendwelche Hessen, sondern Offenbacher. Und diese demonstrieren nicht gegen irgendwelchen Apfelwein, sondern gegen den Eintracht-Schoppe: einen gespritzten Äppler in der Dose bedruckt mit einem Eintracht-Adler. Und das verhasste Emblem des ewigen Rivalen in den Supermärkten der Stadt zu sehen ist inakzeptabel - zumindest für die 20 bis 25 Demonstranten.

Bilder von der Demonstration

Kickers-Fans gegen Eintracht-Apfelwein

Wer jetzt allerdings gedacht hätte, dass die Kickers-Anhänger ihrem Anliegen lautstark Nachdruck verleihen - wie man es von Fußballfans kennt - der irrt sich: Leise und fast schüchtern halten sie ihre Plakate hoch. Einmal skandieren sie kurz eine Parole gegen den Apfelweinhersteller.

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Aber überrascht von der eigenen Lautstärke verstummen sie gleich wieder. Nach einer halben Stunde ist die Aktion beendet - ob Verantwortliche des Supermarktes überhaupt etwas mitbekommen haben, ist fraglich. Auch die Polizei hat sich nicht blicken lasen, obwohl Fußballfans ganz gerne als besonders gefährlich oder gewaltbereit wahrgenommen werden. Friedlicher kann es auch bei einer Friedensdemonstration nicht zugehen.

Adler-Schoppe befindet sich gar nicht im Sortiment

Wer anschließend in den Supermarkt geht, um nach dem Grund für den ganzen Aufruhr zu schauen, wird nicht fündig: Der verhasste Adler-Schoppe befindet sich zur Zeit gar nicht im Getränke-Sortiment des Marktes.

Stellt sich die Frage, wo die Demonstranten ihre Anschauungs-Exemplare herbekommen haben. Sie werden doch wohl nicht die Grenzen zum verhassten Nachbarn überschritten haben, um die Dosen zu kaufen...?

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