Ringen um Sozialtarifvertrag

Protest der Offenbacher Areva-Mitarbeiter

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Frankfurt/Offenbach - Der Streit um einen Sozialtarifvertrag für die Mitarbeiter des angeschlagenen Kerntechnikspezialisten Areva in Offenbach eskaliert. Von Marc Kuhn 

Etwa 200 Warnstreikende von Areva haben gestern beim französischen Generalkonsulat in Frankfurt eine Resolution mit Unterschriften an Frankreichs Staatspräsidenten Francois Hollande übergeben, wie die IG Metall mitteilte. Darin fordern sie die Aufnahme von Verhandlungen mit der Gewerkschaft für einen Sozialtarifvertrag. Der französische Konzern hatte dies in der Vergangenheit abgelehnt, da die IG Metall nur einen Teil der Mitarbeiter vertritt. Areva will die rund 700 Arbeitsplätze von Offenbach nach Erlangen und Karlstein verlagern.

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„Die IG Metall steht am nächsten Donnerstag, dem 24. September 2015, für eine Lösung am Verhandlungstisch bereit,“ erklärte Uwe Zabel von der IG Metall Bezirksleitung Mitte. Die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber, sagte: „Der Ball liegt im Spielfeld der Areva-Geschäftsführung. Nur eine Lösung am Verhandlungstisch kann einen langen Arbeitskampf vermeiden.“ Areva setzt auf Verhandlungen mit dem Betriebsrat, da dieser im Betriebsverfassungsgesetz als Gesprächspartner vorgesehen ist. „Zudem ist nur der Betriebsrat von allen Mitarbeitern gewählt und daher für solche Verhandlungen legitimiert“, erklärte das Unternehmen.

Der Vorsitzende des Betriebsrats von Areva in Offenbach, Christoph Storz, erklärte: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Areva haben die Situation nicht verursacht. Sie sollen aber die Schuld alleine bezahlen.“ Areva hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Milliardenverlust verbucht.

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