Amtsgericht verurteilt Schlosser

Im Suff zugestochen

Offenbach - Weil er im Alkoholrausch einen Arbeitskollegen mit dem Messer verletzte, hat das Amtsgerichts Offenbach einen 54 Jahre alten Schlosser zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss der Kroate seinem 26-jährigen Landsmann insgesamt 5000 Euro Schmerzensgeld bezahlen.

Die beiden Männer hatten an der EZB-Baustelle in Frankfurt ein Jahr gearbeitet und feierten im März des vergangenen Jahres mit einem Dutzend weiterer Arbeitskollegen Abschied in einem Hinterhof in der Bieberer Straße in Offenbach. Die Schnapsflasche machte dabei die Runde, was für den Täter, der Alkohol nicht gewohnt war, indes fatale Folgen hatte: Im Streit mit dem Jüngeren darüber, wer von ihnen beiden der bessere Schlosser sei, verlor der 54-Jährige vollständig die Kontrolle über sich und stach mit drei Promille im Blut mit einem gerade greifbaren Zuschneidemesser auf seinen Landsmann ein. Der Stich des Angeklagten hatte zum Glück keine schweren Folgen. Nach Einlieferung und Operation im Sana-Klinikum stellte sich heraus, dass Milz und Magen nur oberflächlich gestreift worden waren. Der 26-Jährige konnte bald wieder aus der Klinik entlassen werden.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck folgte den Angaben des hinzugezogenen Gutachters und verurteilte den Angeklagten, weil er sich in einen Rausch versetzt hatte, in dem er dann schuldunfähig eine Straftat beging. Der 54-Jährige, der nicht vorbestraft war und viele Jahre im Ausalnd auf Montage verbracht hatte, wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Drei Monate davon hatte er bereits in Untersuchungshaft verbracht. Die verbleibende Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Toter Mann in Innenstadt gefunden (Archiv)

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Der 26-Jährige nahm im Prozess die Entschuldigung des Täters an. Von den zu zahlenden 5 000 Euro Schmerzensgeld hatte der 54-Jährige bereits die Hälfte an das Opfer bezahlt.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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