Sechs Manager sind angeklagt

Schmiergeld-Affäre bei MAN Roland: Prozess startet

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Offenbach - Vor der 18. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt beginnt am nächsten Montag der Schmiergeldprozess gegen sechs ehemalige Manager und Vorstände des Druckmaschinenherstellers MAN Roland, Vorgänger der 2011 in die Pleite gerutschten manroland.

Das Verfahren sollte ursprünglich bereits im Mai 2015 beginnen, war aber wegen Erkrankung eines Richters vertagt worden. Angeklagt wegen Bestechung und Untreue in der Zeit von Oktober 2005 bis April 2007 sind Georg Sp. (61), Alwin St. (53), Klaus J. (67), Dirk R. (41) und Bernhard B. (57), die als Abteilungs-, Verkaufs- und Vertriebsleiter tätig waren, sowie das ehemalige Vorstandsmitglied Gerd F. (57).

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Die Manager sollen über die Firma V., eine Vertriebstochtergesellschaft von MAN mit Sitz in Lausanne, Schmiergelder generiert haben. Insgesamt, so der Vorwurf, seien 1. 172. 900 Euro geflossen. Die angeklagten Manager sollen an den Vorgängen direkt beteiligt gewesen sein und sich durch die Verschiebung von Beträgen auf ein ausländisches Bankkonto der Firma V. in Höhe von insgesamt mehr als vier Millionen Euro auch der Untreue schuldig gemacht haben. Der damalige Vorstand Gerd F. steht vor Gericht, weil er nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft über das Vorgehen der übrigen Angeklagten zur Generierung von Schmiergeldern informiert gewesen sei und dem ausdrücklich oder stillschweigend zugestimmt habe.Trotz der vielen Angeklagten, die jeweils mit einem Verteidiger auftreten, und der nicht einfachen Materie hat das Gericht bislang nur vier Verhandlungstage angesetzt. (mad)

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