Prügel für Lokführer

Offenbach (mcr) - Es ist einfach, der Bahn die pauschale Schuld für Verspätungen im Nahverkehr zuzuschieben, und bedauerlich oft ist es auch richtig. Aber nicht grundsätzlich.

Hunderte S-Bahn-Fahrgäste beispielsweise, die am Mittwochmorgen zu spät zur Arbeit kamen, sollten das ausschließlich zwei Männern anlasten, nach denen nun die für die Bahnsicherheit zuständige Bundespolizei fahndet. Vorwurf: Bedrohung, Beleidigung, Körperverletzung.

Das Duo hatte um 6.45 Uhr in der Station Marktplatz absichtlich die Tür einer abfahrtbereiten S2 blockiert. Der Lokführer stieg aus, verlangte von den Männern, die Tür freizumachen - und bekam stattdessen üble Beschimpfungen und Schläge. Er flüchtete in seinen Führerstand, alarmierte die Bundespolizei und musste zusehen, wie die Täter vor dem Eintreffen der Kavallerie unbehelligt verschwanden.

Die S-Bahn setzte ihre Fahrt mit 20 Minuten Verspätung fort, was naturgemäß Auswirkungen auf den gesamten S-Bahnverkehr hatte: 34 weitere Bahnen und deren Passagiere hatten keine Chance, pünktlich zu sein. Der durch die Schläge leicht verletzte Lokführer musste später von einem Kollegen abgelöst werden.

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