Prügelnde Kinder geschnappt

Offenbach - (mcr) Irgendwo gibt es sie vermutlich noch, die Lausbuben, die sich in der einen Minute raufen und in der anderen wieder beste Kumpels sind. Wo genau, das fragt man am besten nicht die Offenbacher Polizei.

Dass der Nachwuchs, mit dem es die Ordnungsmacht zu tun hat, in der Regel nicht als Personal für eine Erich-Kästner-Geschichte taugt, liegt in der Natur der Sache. Allein: Die Kinder, deren Taten stattdessen für einen verstörenden Krimi herhalten könnten, werden mehr.

Bei Bedarf diskrete Zuhörer hat die Polizei unter Tel.: 069 80981234.

Jüngster Fall: ein 13- und ein 14-Jähriger. „Zufällig anwesende Polizisten“, so schrieb es das Offenbacher Südosthessen-Präsidium gestern, haben die beiden Jungen am Dienstag in letzter Sekunde daran gehindert, zwei elf und zwölf Jahre alte Mitschüler nahe der Fechthalle in der Senefelderstraße zu verprügeln. Erste Schläge hatte es schon gegeben. Die Beamten protokollierten eine „bevorstehende Körperverletzung zum Nachteil von zwei Kindern“.

Verletzte gab es nicht. Die Angreifer flüchteten, waren aber schon nach kurzer Zeit festgenommen. Zwecks „eingehender Erörterung des Vorfalls und möglicher Folgen“ kamen Lehrer ihrer Schule und Erziehungsberechtigte hinzu.

Verschiedene Aspekte des Themas Jugendgewalt beleuchtet unsere Zeitung in der morgigen Ausgabe.

Ob die Standpauke helfen wird, ist ungewiss. Polizeisprecherin Kirsten Krüger: „Die beiden Offenbacher sind offensichtlich nicht das erste Mal so in Erscheinung getreten. Möglicherweise gibt es weitere Geschädigte, die einen Angriff bisher nicht mitgeteilt haben.“ Das sollten sie spätestens jetzt tun, ohne Angst vor Rache zu haben.

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