Ein pulsierender Schmelztiegel

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„White Room“ standen auch in Rumpenheim für brillante Gitarrensounds und satte Keyboardklänge.

Offenbach - Der Oldie-Club kann auch anders: Rock und Soul begeisterten im Bürgerhaus Rumpenheim. Von David Heisig

Nach gut fünf rhythmischen Stunden war klar: So mancher Gast hatte sich die Sohle durch getanzt! Dafür sorgten die philippinische Sängerin Teresa Kästel sowie die Bands „Welcome Back Group“ und „White Room“.

Besinnen sich die Fans von Rock und Soul auf gemeinsame musikalische Wurzeln, dem „Rhythm & Blues“, verschwimmen die Grenzen. So konnte das Publikum in Rumpenheim ein buntes Potpourri von klassischen Soul-Songs, aber auch rockigen Tanznummern erwarten. Purer Rock & Roll war nicht angesagt: „Das geht wirklich mehr in die Pop- und Rockschiene rein“, umreißt Oldie-Club-Chef Wolfgang Boltes den Abend. Das Bürgerhaus ist ein wenig die Heimstätte des Vereins geworden. Boltes bezeichnet es nicht umsonst als „schönste Halle für kleine und mittelgroße Veranstaltungen“ in Offenbach.

Ein wenig Bauchschmerzen bereiten ihm nur die häufigen Pächterwechsel. Eine verlässliche Zeitplanung für Veranstaltungen sei daher mitunter schwierig. Begonnen hat der Oldieclub hier mit Konzerten vor ein paar Jahren, damals „Rumpenheimer Rocknight“ genannt. Das schlief ein. Kulturverwalter Günter Doll sei nun auf den Club zugekommen, gemeinsam wieder aktiv zu werden. Kritisch sieht er die Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen am Abend, buhlten noch eine Soul-Show in der Stadthalle und ein Konzert in der Sandgasse um Gäste. Im Rückblick sind er und der Oldie-Club mit der Besucherzahl aber zufrieden.

„White Room“ eröffneten den Abend

„White Room“ eröffneten den Abend. Musikalische Vorbilder sind handfeste Rocker, entsprechend war das Programm gestrickt. „Dancing in the dark“ von Bruce Springsteen, „I hate myself for loving you“ von Joan Jett and the Blackhearts oder „Summer of 69” von Bryan Adams wurden angestimmt. Rund 250 Leute wippten auf ihren Plätzen mit oder tanzten vor der Bühne. Es folgt die „Welcome Back Group“, eine Formation, die sich 2010 gefunden hat und als neue Band bezeichnet. Dennoch stehen hier alte Hasen auf der Bühne, was das virtuos von Rüdiger Zaczyk auf der Gitarre gespielte Eröffnungssolo vom Pink Floyd-Klassiker „Another brick in the wall“ beweist. „Wir spielen Lieder, die ihr mit Sicherheit so nicht kennt“, legt Chef Heinz Stejskal, den Musikfans noch von der Welkebach-Group kennen dürften, die Musikliste fest. Mit Joachim Strauss (Bass) und Peter Lersch (Schlagzeug) geben sie bekannte Rock-Hymnen zum Besten, wenn auch in neuem Gewand. „Money for nothing“ von den Dire Straits ist ebenso dabei, wie ein neu arrangiertes „Money, money, money“ von ABBA.

Im Anschluss sollte es ein wenig voller werden auf der Bühne. Immerhin brachte Soul-Sängerin Teresa Kästel acht weitere Musiker mit. Das Publikum musste eine etwas langatmige Phase mit Mikrofonchecks, Instrumentenaufbau und Gitarreneinstimmen überstehen. Dann jedoch betrat eine gut gelaunte Kästel die Bühne. Mit einem lauten „Are you ready?“ und der klaren Ansage „Here we go“ nach der lautstarken Zustimmung durchs Publikum startete die Band durch. „Disco Inferno“ aus dem Musical „Saturday Night Fever“ war der erste Song.

Gemäß der Textzeile „Burn, baby, burn“ nahm auch die Temperatur auf der Tanzfläche schlagartig wieder zu. Die Leute tanzten weiter zu Songs von Tina Turner, dem lasziven „Voulez-vous coucher avec moi“ von Kenny Nolan oder Titeln aus der „Motown-Ära“. (www.oldie-club-offenbach.de)

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